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Zum Jahreswechsel

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Hinweise zu beabsichtigten Veränderungen

Die Homepage der Dienstmannen zu Winenheim soll in absehbarer Zeit einige grundlegende Veränderungen erfahren. Hintergrund ist eine generelle Neuausrichtung des geschichtlichen Hintergrundes und damit verbunden auch ein Zeitsprung auf das Jahr 1195. Am grundlegenden geschichtlichen Zusammenhang ändert sich wenig. Die Dienstmannen verwalten den klösterlichen Winenheimer Besitz zur Zeit des Lorscher Abtes Sigehard von Schauenburg.
Zur Unterstützung dieses Vorhabens soll eine zwanglose Reihe von Beiträgen folgen, welche die verschiedenen Wirkungsorte zur damaligen Zeit vorstellen und auch die Umstände näher betrachten sollen.  Hierbei wird uns auch eine ganze Reihe historischer Personen und Ereignisse begegnen, welche sich in das Umfeld der Darstellung einfügen lassen. Daher gibt es für Interessierte vielfältige Möglichkeiten um die Dienstmannen bei der Ausübung ihrer verschiedenen Tätigkeiten, mit eigenen Darstellungen zu unterstützen.
In Bezug zur jetzigen Seite bedeutet dies aber, dass viele Dinge, Beiträge aber auch Abbildungen entfernt werden, da alles was nach dem gewählten  Zeitrahmen eben in der ”Zukunft” liegt.

Zum Anfang und als Einstieg soll die folgende Übersicht dienen, welche die Winenheimer Verhältnisse zur damaligen Zeit skizziert.

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Freienfels wirft seine Schatten voraus

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Die neue Marktsaison steht bevor… Jetzt gilt es die Ausstattung zu überprüfen und eventuelle Schäden auszubessern aber sich auch Gedanken über weitere Einkäufe und Beschaffungen zu machen. Eines der besten Ziele sind hier die Freienfelser Ritterspiele eines der größten Events in der Szene. Sicherlich findet man gute Händler meist nur da wo sich viele engagierte Gruppen und Personen treffen und meine persönliche Wunschliste wird jedes Jahr länger. Waren es im letzten Jahr vorallem Keramik, so soll diesmal eine gute dem Stande angepasste Neue Gewandung an oberster Stelle stehen. Auch neue Schuhe sind notwendig und ein Paar Trippen für den morastigen Boden wären auch nicht schlecht.
Die Aquamanile benötigt noch eine entsprechende Schale und Handtücher aus Leinen wären auch nicht zu verachten. Oftmals sind es die Details die eine Menge Arbeit verursachen aber auch einiges zum Ambiente des Lagers beitragen.
Bei der letztjährigen Saison war das Wetter den Winenheimern nicht gut gesonnen - bleibt  daher zu  wünschen, dass 2011 ein besseres Jahr  wird. Es sich neue Kontakte ergeben und dass wir alle zusammen wieder ein Stück auf dem gemeinsamen Weg vorankommen.

Wünsche

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Nur noch wenige Tage trennen uns von Weihnachten, die laufende Saison geht zu Ende und die Neue befindet sich schon in der Planungphase. Das zu Ende gehende Jahr ist für die Winenheimer nicht so optimal gelaufen, da sämtliche Lagertermine diesmal recht kühl, aber auch recht naß waren. Auch der Umzug der Hompage und des Blogs zu einem anderen Provider sorgte für einige Probleme und bescherte uns auch den Verlust einiger Berichte, welche sich leider nicht mehr vollständig rekonstruieren liesen und der Vergessenheit nunmehr anheimgefallen sind.

Glückwünsche

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Worms 2010

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Das Heerlager zu Worms ist wiederum Geschichte. Die Mannen sind alle wohlbehalten in ihre jeweiligen Standorte zurückgekehrt und das Material befindet sich wieder im Depot und harrt auf den in Kürze bevorstehenden neuerlichen Einsatz beim Markte zu Birkenau. Worms 2010 wird in den Analen der Winenheimer einen festen Platz finden war doch das Heerlager von zahlreichen Pannen überschattet, welche die Entfaltung der vorgenommenen Projekte stark beeinträchtigten.
Die Fuhrwerke waren am Himmelfahrtstag überraschend schnell beladen, nur die Zugtiere aus unserer Niederlassung in Seeheim hatten sich wieder einmal verlaufen. Daher machte sich die Truppe in mehreren Abteilungen auf den Weg zum Heerzug gen Lorsch. Es herrschte kühles Wetter und ab und an nieselte es. Die Anreise verlief ohne größere Probleme und vor Ort konnte auch kurzfristig mit dem Aufbau begonnen werden, nachdem einige Fragen nach dem richtigen Lagerplatz geklärt werden konnten. Die Wiesen waren trotz des starken Regens der vergangenen Tage tragfähig und befahrbar – was allgemeine Erleichterung auslöste. Zwischenzeitlich traf auch der zweite Rüstwagen ein, während wir mit dem Entladen des ersten schon begonnen hatten. Wie immer befanden sich die wichtigsten Kisten auf dem Wagen, der gerade noch  nicht verfügbar war. Das übliche Aufbauchaos blieb aus der Aufbau ging zügig von Statten nur gelegentliche Regenschauer beeinträchtigten die Mannen bei der Aufbauphase.

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Das Material quillt aus dem Kontor und wird auf die verschiedenen Rüstwagen verteilt.
Nach der Ankunft folgte eine überlegte Entladung des Materials um nicht wie früher den gesamten Haufen mehrmals umschichten zu müssen und um einen größeren Zeitverzug zu vermeiden.

In wenigen Stunden entstand aus den vielen Einzelteilen das Heerlager der Dienstmannen zu Winenheim. Insgesamt wurden 5 Mannschaftszelte, das Vorratszelt, erstmalig auch das Küchenzelt über der Kochstelle sowie der große Unterstand aufgebaut. Als dann am frühen Abend stärkerer Regen einsetzte, war die Aufbauphase im wesentlichsten abgeschlossen und die Kisten und Kasten in den entsprechenden Zelten genauso verstaut, wie die Rüstungs- und Ausstattungsteile der Mannen, welche nunmehr mit der Einrichtung ihrer jeweiligen Behausung beschäftigt waren. Im Vorfeld des Heerzuges war auch die Speisefolge auf einem der letzten Konvente geklärt worden und diese sah für den Aufbautag eine individuelle Selbstverpflegung der Teilnehmer vor. Es dauerte daher auch nur eine geraume Zeit bis ein erstes zartes Feuerchen in der Feuerschale entzündet wurde und die Küche mit ihrer Arbeit begann.

Das Küchenzelt
Nachdem in den letzten Jahren die Kochstelle der Dienstmannen neu organisiert wurde ging diesmal ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung, denn die Kochstelle wurde mit einem Schutzzelt versehen um vor en Unbilden des Wetters besser geschützt zu sein und auch das Material, wie Brennholz und Geschirr sowie die für den Betrieb der Kochstelle erforderlichen Gerätschaften entsprechend trocken unterbringen zu können. Hierzu wurde eine Aufsatzstange angebracht um das Dach auf Abstand zum Kochgalgen zu halten. Obwohl der Aufbau im Vorfeld noch nie getestet wurde und fernerhin noch die Zeltplane in Ordnung gebracht werden mußte, gelang es relativ schnell vor Ort alles recht passabel zusammenzubauen.

 

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Bild: das neue Küchenzelt mit Kochstelle

 

Weitere Neuigkeiten:
Zur Aufbewahrung von Geschirr und Zubehör verfügen wir nunmehr auch über ein Regal welches seinen Platz im großen Unterstand fand. Fernerhin kam man mit dem Vorhaben der mittelalterlichen Tafel ein großes Stück voran, so konnten nicht nur die Auflagerböcke beschafft sowie die Geschirrausstattung ergänzt, sondern auch die Tafel wurde noch kurz vor der Heerfahrt fertig. Leider konnte letzteres auf Grund der schlechten Witterung nicht wie ursprünglich geplant in die Vorführungen mit einbezogen werden. In einem weiteren Schritt sollen nunmehr noch einige Grapen und Tontöpfe die eigentliche Küche ergänzen und somit ein mittelalterliches Kochen ermöglichen. Damit wäre dann das Projekt Küche abgeschlossen, so dass man sich dann mit der Kochpraxis auseinandersetzen kann.

Die Winenheimer prägen ihr Geld selber
Auch ein weiteres schon seit langem verfolgtes Projekt nähert sich seiner Vollendung nachdem entsprechende Prägestempel hergestellt waren sind wir nunmehr auch in der Lage die Herstellung von Münzen vor Publikum zu demonstrieren bzw. dieses gegen die Zahlung einer Gebühr für die Rohlinge selbst handanlegen zu lassen. Die Winenheimer Pfennige als Zahlungsmittel wurden  noch während des Lagers zur nächtlichen Stunde zur Beschaffung so mancher Runde Met bei unserem Stammlieferanten eingesetzt.

 Fast Freienfelser Verhältnisse diesmal in Worms
Im vergangenen Jahr herrschte über die Veranstaltungstage eine große Hitze und diesmal war es am Donnerstag, Freitag und Samstag tagsüber doch recht frisch. Hinzu kam der andauernde Regen  und die besonders kühlen Nächte die manchen der Mannen doch bibbern ließen. Sorgenvoll und voller Hoffnung auf eine Besserung der Witterung sowie die zahlreichen Gebete unseres Priesters wurden anscheinend erhört und der Sonntag lies nicht nur die Temperaturen ansteigen sondern auch die Besucher strömten in Massen- und was besonders für uns von Interesse war: Wir konnten unsere Zelte trocken abbauen.
 

Einzug der Kumpaneien
Traditionell findet am Freitag abend der Einzug der beim Spectaculum vertretenen Lagergruppen zur offiziellen Markteröffnung statt. Die Winenheimer wollten diesmal hierzu ein größeres Kontingent stellen. Doch es kam alles Anders. Der Bannerträger erlitt einen Unfall und konnte daher nicht am Markt teilnehmen. Und Sven von Winenheim ward am Freitag ans Lager gefesselt und konnte aus gesundheitlichen Gründen ebenfalls nicht teilnehmen, da bei ihm der Teufel im Gedärm wütete. Daher mußte umdisponiert werden. Gleichzeitig war noch der Auftritt bei der Vorstellung als auch der Kampfruf zu üben. Unser Hauptmann hat hierzu klare Vorstellungen entwickelt und die Sache klappte auf Anhieb, was manchem der Besucher beim Marsch unterwegs zur Aussage verleitete: „Die sehen ja gefährlich aus“. Dem Lorscher Banner folgte zunächst unser Priester mit schwenkendem Weitrauchfass um die üblen Gerüche der „Heiden“ zu vertreiben. Es qualmte gar mächtig. Mit dem Schlachtruf Winenheim trat auf Kommando unseres Hauptmannes die Truppe auf die Besucher  zu  was manche der am Rande sitzenden sichtlich erschreckte.

 

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Vorführungen der Interessengsgemeinschaft  Mensch im Mittelalter (mim)
Der Aufstieg auf den Äschebuckel lohnte sich in jedem Fall, hat dort doch eine der bekanntesten Reenactmentgruppen ihr Lager aufgeschlagen und bot am Samstag, als auch am Sonntag jeweils 3 Themenbereiche an: Unter dem Titel: Vom Schaf zur Gewandung (spinnen und weben, Stoffarten), Zwischen Leinen und Brokat (Modenschau) und Haferbrei und Wildpastete (Küche und kochen) bot die Gruppe sehr interessante Informationen und auch praktische Vorführungen zum Leben im 14. Jahrhundert an.

 

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 Bild links: (Priester, Stadtbürger, Herr und Frau aus dem Niederadel (Übersicht); Bild Mitte: Stadtbürger; Bild rechts daneben: Magd. Bild Rechts: Knecht
Die Gewänder in Regel aus Wollstoff und sehr detailliert hergestellt, waren ein richtiger Hingucker  und ließen  neuerliche Ansprüche an die eigene Gewandung aufkommen.

Die nächtlichen Konvente, Kontakte und Freunde
Die Märkte sind natürlich auch Orte des Gedankenaustausches mit anderen Gruppen und Freunden und Bekannten aus der Szene. Auch hinsichtlich der Einholung von Ideen und deren Umsetzung ist ein mehrmaliger Durchgang durch die Lagergassen oftmals sehr hilfreich. Es finden sich für nahezu alle Bereiche entsprechende gute Lösungen. Daher zogen sich die Konvente an allen Tagen bis in die frühen Morgenstunden hinein. So mancher Becher Met wurde geleert und bei den Winenheimern ist es Tradition, dass es zur Tageswende Mitternachtswürste aus der Küche gibt. Daher kommen auch noch zur frühen Morgenstunde Freunde und Bekannte ins Lager um sich für die Nachtwache zu stärken, aber auch um die eine oder andere Geschichte zum Besten zu geben.

 

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In lautem Gebet zur nächtlichen Stunde ruft unser Priester zur inneren Einkehr auf.

Dank an die ORGA für ein gelungenes Fest
Das Spectaculum zu Worms wurde jedes Jahr größer und diesmal war nahezu die gesamte zur Verfügung stehende Lagerfläche belegt. Das Heerlager war insgesamt recht umfangreich und die Qualität der anwesenden Lagergruppen ist noch besser als im Vorjahr geworden. Auch ein wichtiger und stetiger Kritikpunkt der Lagerteilnehmer wurde dieses Jahr erfüllt, es gab spezielle Dixies nur für die Lagernden und damit auch kürzere Wege zu diesen gewissen Örtlichkeiten. Für kleinere Probleme fand man immer ein offenes Ohr ganz gleich ob man Holz oder Stroh benötigte. Es war alles vorhanden. Daher unser Fazit: Es hat uns sehr gut gefallen und wir kommen im nächsten Jahr gerne wieder. Das  Spectaculum 2010 war eine runde Sache. Lediglich bei den Händlern hatte man den Eindruck dass einige Stände fehlten, denn es gab Lücken in den Reihen und das Angebot gerade an qualitativ hochwertiger Ware war etwas geringer. Mit der Verpflichtung der Gruppe mim  haben die Veranstalter einen großen Wurf gelandet, denn die Vorstellungen waren gut und verständlich und gaben dem Interessierten doch sehr viele Informationen an die Hand, die gerade beim Verfasser dieser Zeilen Berücksichtigung und Eingang in zukünftige Projekte finden werden.
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Blick vom Äschebuckel auf Markt und Heerlager am Sonntag 16.05.2010

Grüße zum Jahreswechsel 2009

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Was für Ritter

“Die Ordensritter tragen niemals geschmückte Gewänder und waschen sich nur selten. Mit ihren ungekämmten Haaren sehen sie struppig aus; sie sind mit Staub bedeckt und von der Last ihrer Waffen und der heißen Sonne schwarzbraun gefärbt. Sie tun das Äußerste, um starke und schnelle Pferde zu besitzen, aber ihre Rosse sind nicht mit Zierat geschmückt noch mit Sattelschmuck versehen, denn ihr Sinn ist auf Kampf und Sieg, nicht aber auf Gepränge und Schaustellung gerichtet. Solche Männer hat Gott für sich auserwählt, die kraftvoll und getreu das Heilige Land bewachen, die mit dem Schwert gewappnet und in der Kriegskunst wohl erfahren sind.”

(Bernhard von Clairvaux: Vom Lob der neuen Ritterschaft)

Grüße zum Jahreswechsel

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Castrum Stralenberg erbaut um 1230

Wir sind beim umziehen bzw. umgegezogen und (spätestens zum Jahreswechsel) unter www.blog.winenheim.org zu erreichen

WIR BITTEN UM BEACHTUNG!!

Zelte…….. mein bestes Stück

Geschehen auf dem Markte zu Freisen. Mäßiger Wind und einigen kleineren Böen und später einsetzender Regen setzten von Samstag auf Sonntagnacht meinem neuen „A“ Zelt dermaßen zu, daß zu nächtlicher Stunde die Konstruktion in sich zusammenbrach. Glücklicherweise war zu diesem Zeitpunkt niemand im Zelt, so daß keiner zu Schaden kam.
Dennoch ist dieses Vorkommnis recht ärgerlich, da es sich bei dem Zelt, nicht wie sicherlich einige vermuten könnten um einen Eigenbau, sondern um das recht kostspielige Objekt einer bekannten polnischen Firma handelt. Auf Grund der positiven Aussagen in der Szene und entsprechender Berichte in diversen Foren hatte ich mich 2007 entschlossen, mein bisheriges Baumwollzelt gegen ein echtes Leinenzelt in „a“ Qualität zu tauschen um damit auch auf Szene-Veranstaltungen, abseits der üblichen Mittelaltermärkte, willkommen zu sein.
Generell war davon auszugehen, dass es sich bei dem gekauften Speichenradzelt mit 5 m Durchmesser um einen in der Praxis erprobten und auch bereits mehrfach verkauften Zelttyp handelt. Aber bereits bei der Lieferung passte sowohl der Mast, als auch die relativ dünnen Speichen und das kleine Speichenrad mit gerade 20 cm Durchmesser nicht zu dem Bild, das ich mir von der Konstruktion gemacht hatte. Die 16 Speichen wurden mit Hilfe eines Metallstiftes einfach in die entsprechenden Bohrungen des Speichenrades gesteckt. Auf der Seite der Plane wurden diese in entsprechende Taschen eingesteckt. Der Mast besteht transportbedingt aus zwei Teilen, die Verbindung der beiden erfolgt durch eine einfache Alu-Hülse, die mit dem unteren Mastteil einfach vernagelt war. Schon bei der Anlieferung war eine der Speichen im Bereich des Metallstifteinsatzes ausgebrochen, da anscheinend das Holz nicht abgelagert sondern noch recht frisch war zeigten sich allerorten nach kurzer Zeit schon Schwindrisse.

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Das Bild zeigt die Verbindung der beiden Mastteile, sowie das Speichenrad mit den eingesteckten Speichen, beim Probeaufbau

Das Zelt wurde in Freienfels und auf dem Markt zu Worms aufgebaut und hat diese beiden Märkte ohne irgendwelche Schäden an der Konstruktion überstanden. Dennoch zeigte es sich, dass ein Leinenzelt erheblich schwieriger zu handeln ist, als das bisher gewohnte Baumwollzelt, denn allein die Leinenplanen wiegen gute 60 Kilo. Das Zelt besteht aus 3 Planen: Das obere Teil, der Kegel (Mastspitze bis zu den Speichen) die Restlichen beiden Planen sind die Seitenwände, die von Innen an dem Kegel befestigt werden. Die Sache hat einen großen Vorteil, da man den Eingang noch festlegen kann, wenn die Zeltkonstruktion schon steht. Fernerhin ist es möglich das Zelt auch teilweise zu öffnen, um den Besuchern, sofern gewünscht, Einblick in das Innere zu gewähren… (aber soweit sind wir noch nicht, daher lassen wir es einfach zu)

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Der Mast wird zusammengesteckt und mit der Metallhülse durch die obere Scheibe geschoben, an der die Kegelplane befestigt ist. Anschließen werden die Sturmsicherungsseile an der Mastspitze eingehängt und die Konstruktion aufgestellt. Die 3 Abspannseile halten die Konstruktion (möglichst unter 45 Grad). Als nächstes werden die Speichen in das Speichenrad am Mast eingesteckt und an der Außenplane in die Taschen. Im mittleren Bild recht schön zu erkennen, auch die Aufnahme bzw. die Befestigung der Seitenwände. Beim rechten Bild sind die Seitenwände eingehängt. Die Konstruktion wird in Höhe der Speichen mit Seilen abgespannt. Ebenso werden die Seitenwände unten nach Außen gespannt mit Heringen befestigt. Normalerweise sollte die Konstruktion jetzt auch ohne die Sturmsicherungsleinen stabil stehen.
Leider zeigte es sich, da ich ja Hanfseile haben wollte, dass diese nicht gedehnt waren, man hätte die ganzen Seile vor Gebrauch entsprechend belasten müssen, damit diese sich aushängen. Es zeigte sich, dass der Längenzuwachs infolge Ausdehnung recht erheblich war und man praktisch ständig nachspannen mußte. Ähnlich verhält sich auch das Leinen, wenn es dann kühler wird, oder die Plane feucht wird zieht sich das ganze zusammen, so dass die Spannung wieder gelockert werden muss, ansonsten die Plane übernacht brettartig hart gespannt. So hat sich auch der Mast gut 10 cm in den Boden eingegraben.

Etwas Theorie

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Das Gewicht der Plane ,als auch der Seitenwände wird allein vom Zentralmast getragen. Der Mast ist aus Transportgründen hälftig geteilt und die beiden Teile werden lediglich mittels einer am oberen Mastteil angebrachten ALU Hülse verbunden. Ebenfalls am oberen Mastteil ist das Speichenrad befestigt. Mit gerade 20 cm Außendurchmesser und 16 Speichen sitzen die Bohrungen recht eng. In diese Bohrungen werden die Speichen mittels eines Metallstiftes eingesteckt.

Die Speichen (Dachlattenstärke) haben lediglich eine aussteifende Wirkung. Diese werden an der Außenseite in entsprechende Taschen eingesteckt. Fernerhin wird mit den Speichen auch die Last der Außenwände teilweise aufgenommen. Die Planen werden zwar an der Kegelplane unter dem Rand mit Knebeln eingehängt, aber ein großer Teil der Last nehmen die Speichen auf.

Die Konstruktion eines Speichenradzeltes ist an sich schon genial (Regenschirmprinzip) und auch wunderbar stabil, wenn alle Teile ordnungsgemäß und sauber gearbeitet sind.
Wie oben schon ausgeführt dehnt sich die Leinenplane bei Erwärmung aus und zieht sich bei Kälte wieder zusammen. Das Zelt hat 5 m Durchmesser und die Planen sind schon einige qm groß, so dass der Längenzuwachs nicht zu verachten sondern zu berücksichtigen ist.

Knackpunkte: Konstruktion
Die Verbindung der beiden Masthälften muss so sein, dass diese an der Verbindungsstelle kein Spiel haben, denn unter Winddruck wackelt die Konstruktion ganz schön und der Mast hat das Bedürfnis an dieser Stelle einzuknicken. Da das Speichenrad mit dem Mast fest verbunden ist geht die gesamte Konstruktion mit und das Speichenrad wird erheblich belastet, ebenso die Speichen, die ja nur ein geringes Spiel (Beweglichkeit) haben.

Kurzum was ist geschehen:
a) Die Zeltplane des Kegels endet an einer 5 cm starken Scheibe Durchmesser ca. 12 cm an dieser Scheibe war die Plane mit 8 Dachpappstiften außen an der Scheibe angenagelt.
b) Die Speichen waren zu kurz, diese konnten sehr leicht herausfallen, wenn sich die Plane in Folge der Tageswärme ausgedehnt hatte.
c) Das Speichenrad war zu klein und zu schwach. Durch die 16 Bohrungen für die Speichen wurde es noch mehr geschwächt
d) Der Mast hatte erhebliches Spiel im Bereich der Verbindungshülse

Was geschah in Freisen:
Es gab keinen Sturm sondern es wehte ein mäßiger Wind nur ab und an waren einige kleinere Böen darunter. In Folge der Windeinwirkung wackelte die Konstruktion im Verbindungsbereich des Mastes. Das Einstecken von Holzkeilen änderte am Verhalten wenig. Durch den einsetzenden Nieselregen nahm die Leinenplane an Gewicht zu.
Die Nägel an der Kegelspitze (Scheibe) lockerten sich und das Gewicht der Plane zog diese schließlich heraus.
Die Folge war, dass die gesamte Konstruktion in sich zusammenbrach, natürlich zu nächtlicher Stunde, so dass man kaum mehr tun konnte, als die Ausrüstungsgegenstände zu bergen und in den anderen Zelten unterzubringen. Das Ausmaß der Schäden zeigte sich erst am darauf folgenden Morgen:
Der Mast stand noch an der Spitze die Scheibe, an der einmal die Plane befestigt war. Das Speichenrad war zerbrochen und bei einigen Speichen waren selbst die Metallstifte verbogen.
Die Plane hatten glücklicherweise keinen Schaden genommen, die Laterne die im Zelt brannte ist beim Zusammenfallen zum Glück ausgegangen.
Der Schwachpunkt ist eindeutig die Befestigung der Plane an der Mastspitze, sowie die von der Materialstärke her betrachtet zu schwache Holzkonstruktion.

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oben: die herunter gerutschte Plane, die Nägel stecken noch im Stoff, Mitte: die zusammengefallene Konstruktion Mast und Speichen, Unten: die Nägel und das zerbrochene Speichenrad.

Zum Vergleich die Konstruktion meines älteres grün/weisen Baumwollzeltes, mit 3,5 m Durchmesser, das ich vor Jahren gebraucht gekauft habe. Nicht „A“ aber sehr stabil (Speichenrad). Die Plane ist oben mit einer verstärkten Kappe geschlossen und der Mast stößt von unten in diese Kappe. Die Speichen sind stabil am Rad eingesteckt und stecken außen ebenfalls in Taschen. Das Zelt dient derzeit als Vorratszelt und für Notfälle um ein Ausweichquartier zu haben.

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Größenvergleich: 5 m Leinenzelt gegen 3,5 m Baumwollzelt (gleicher Maßstab)

In Freisen wurden die Winenheimer dies Jahr gar schwer gebeutelt. Siehe hierzu entsprechende Berichte an anderer Stelle des Blog.
An dieser Stelle sei allen Mittstreitern aber auch den Lagernachbarn für die spontane Hilfe bei der Bergung der Ausrüstungsgegenstände bei Regen gedankt.

Reparatur:

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Bild 1 zeigt die obere Scheibe auf dem Mast, sowie die 4 Sturmsicherungsleinen, (2) die Scheibe mit den Originalnägeln mit denen die Plane seitlich an der Scheibe befestigt war. (3) Die Scheibe wird wieder in die Plane eingesetzt, aber anstelle der Nägel werden stabile Schrauben mit U-Scheiben eingesetzt (4) und verschraubt. Die obere Konstruktion wird durch eine Kugel (unten 1) mit Kegel abgeschlossen, der von unten mit der Kopfplatte verschraubt wird. Damit gewinnt das Zelt auch ein historisch besseres Aussehen.
Eventuell könnte man in einem weiteren Schritt an die vorhandene Plane eine Kappe annähen um den Kegel zu schließen um noch mehr Festigkeit zu erreichen.

Seit dem Ereignis stehe ich in intensiven Kontakt mit dem Hersteller und wir sind übereingekommen, dass die gesamte Holzkonstruktion ausgetauscht wird. Dabei hatte ich gleichzeitig darum gebeten, die Holzteile in Natura zu übersenden. Die Anlieferung der neuen Teile steht noch aus, diese sollen aber unterwegs bzw. tagtäglich hier bei mir eintreffen.

Über die Entwicklung der Dinge werde ich zu gegebener Zeit weiter berichten.

Das Zelt ist schon ein Hingucker, die Optik allein leider nicht alles. Ich hatte es in der Ausführung Leinen imprägniert, Seile und zusätzliche Sturmsicherungsleinen aus Hanf sowie mit geschmiedeten Heringen bestellt. Aber neben dem gewünschten historisch schönen Aussehen muss auch ein ordnungsgemäßer Gebrauch sichergestellt sein.
Normalerweise braucht Leinen nicht imprägniert zu werden, da die Faser bei Regen Wasser aufnimmt und quillt und so sich selbst abdichtet. Aber eine vollgesogene Leinenplane (schon im trockenen Zustand recht schwer) hat ein enormes Gewicht und braucht auch recht lange bis diese wieder trocken ist.
Im Zeltinneren ist es recht dunkel, da die Leinenplane kaum Licht durchläßt. Daher kann man auch ruhig schlafen, auch wenn rings herum Scheinwerfer an sind.
Grundsätzlich muss man sich aber mit dem Material auseinandersetzen und sich darauf einstellen. Der Umgang ist nicht so einfach, wie ich es von meinem Baumwollzelt bisher gewohnt war.

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Das aufgebaute Zelt beim Spektakulum im Wormser Wäldchen