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Winenheims nahezu unbekannte Burgstätten

Neben der Burg Winenheim gibt es noch zwei weitere Stellen wo sich im Mittelalter (vor Errichtung der Burg Windeck) weitere befestigte Plätze befanden. Der wohl bekanntere dieser Orte stellt die Ruine des im Volksmund so genannten “Raubschlosses” dar. Gemäß einer Sage Sage nach soll hier einst ein Räuber namens Lindenschmidt seine Burg gehabt haben und von hieraus in die Rheinebene gezogen sein um bei den fahrenden Kaufleuten, die nach Frankfurt zum Markt wollten, Beute zu machen. Schließlich wurde Lindenschmidt gefangengenommen und 1490 hingerichtet.

Zwischen der Burg Winenheim und der heutigen Wachenburg liegt auf halber Wegstrecke ein weiterer Burgstall im Gewann Wendelstück, von dem in den Quellen überhaupt nichts überliefert wurde.

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Karte der Burganlagen

Burgstall Raubschloss

Wenn man die Neustadt von Weinheim in Richtung Gorxheimertal verläßt kommt man in der Höhe des heutigen Turnerbades in der Nähe eines alten Burgplatzes. Dieser liegt rechts auf einem 242 m hohen, nach drei Seiten steil abfallenden Gipfel in der Waldabteilung Bannholz etwas über 100 m über der Talsohle. Die Kuppe besteht aus Porphyr und ist nach Nordwesten, künstlich abgeflacht. Die vom Volksmund als “Raubschloss” bezeichnete Anlage ist nur von Süden her zugänglich.

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Umwallung ehemaliger Graben

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Kuppe (Bilder von Achim)

Die eiförmige Umwallung enthält an der Nordseite große Steine, senkt sich nach Norden hin ab und wird von der Kuppe 12 bis 20 m überrragt. Die Anlage ist von einem umlaufenden Hanggraben und vorgelegtem Wall umgeben. Die Ausmaße betragen in etwa 60 x 30 m. Reste einer Steinbebauung im Inneren sind oberflächlich nicht erkennbar. Wahrscheinlich handelte es sich um eine Turmburg. Die Burganlage stammt wohl aus dem Mittelalter und ist keine keltische Fliehburg, wie gelegentlich angenommen. Gegen eine keltische Fluchtburg spricht auch, das Siedlungen aus jener Zeit in der Umgebung fehlen.Nur ein einziges Mal wird das sogenannte “Raubschloss” in den Quellen erwähnt, und zwar 1303 als alte Burg im Besitz eines Angehörigen der Adelsfamilie Swende. Es scheint sich um eine Ministralburg (Dienstmannensitz) gehandelt zu haben, die wahrscheinlich wieder aufgegeben wurde.

Die Burganlage im Wendelstück

Oberhalb der Weinheimer Neustadt und der Burg Windeck liegt in 259 Meter Höhe ein rätselhafter Burgrest. Aus dem Hang des Wachenberges ragt ein Bergsporn, der nach drei Seiten hin steil abfällt. Ein bis zu vier Meter tiefer Graben umgibt einen Platz der, außen etwa 50 x 30 Meter mißt, innen einen eiförmigen Grundriß von 28 Meter Länge, und 22 Meter Breite aufweist. Aufgehendes Mauerwerk ist nicht vorhanden.Bei einer Amateurgrabung im Jahre 1924 fanden sich einige Pfeilspitzen, ein Reitersporn, Scherben sowie der Rest eines roh gehauenen Granittroges. Das Material wurde nicht datiert. Eine Nachsuche in neuerer Zeit förderte Waffenreste aus spätromanischer, oder frühgotischer Zeit zutage. Die Burg scheint nicht dauernd bewohnt gewesen zu sein. Um Reste einer keItischen Fluchtburg, wie damals vermutet, handelt es sich nicht. Die Anlage scheint älter zu sein als die Windeck und wurde wohl aufgelassen ehe diese gebaut wurde. Urkundliche Hinweise fehlen. Wie die Burg hieß wer sie baute wann und weshalb sie verlassen wurde ist unbekannt. Man nimmt an dass die Anlage vor dem Bau der Windeck der Bevölkerung als Fluchtburg gedient hat. Ihre Geschichte blieb der Forschung bis heute verschlossen. Ob sie mit dem ersten Windeck-Bau zusammenhängt, als Abt Benno mit dem Klostervogt Berthold von Henneberg in Fehde lag?

Auffallend Ist die Ähnlichkeit der beiden Anlagen in unmittelbarer Nähe von Weinheim: Raubschloss und Ringwall im Wendelstück.

Quellen:

Stadtführer der Stadt Weinheim

Landesdenkmalamt Baden-Württemberg

Burgen und Schlösser an der Bergstraße, Hans Buchmann, Stuttgart Theiss Verlag 1986, ISBN 3-8062-0476-4

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