Archiv der Kategorie Konrads Welt

Arbeitseinsatz am Ende der Zeit

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Am Ende einer Pilgerreise, wenn die Fuhrwerke zur nächtlichen Stund wieder vor den Toren des heimischen Kontors stehen ist immer Eile bei der Entladung geboten. Daher wird ein Großteil des Materials einfach abgestellt. Zum Troknen der Seile müssen die geweiligen Kisten offen bleiben und in Anbetracht der Tatsache am Folgetag wieder frisch und munter am jeweiligen Arbeitsplatz zu erscheinen- bleibt vieles ungeordnet liegen. Es nunher unausweichlich diesmal mit vereinten Kräften daran zu gehen um aufzuräumen und Ordnung in das regelrechte Chaos zu bringen.

Bedenket:

Wenn der Hauptmann zum Sammelplatz ruft, sind es in der Regel nur wenige der Mannen, die zur genannten Stund auch tatsächlich zur Stell sind. Aber: Jeder der die Winenheimer etwas näher kennt weis, dass die Ausnahme eher die Regel ist. Daher unterliegt jede geplante Aktion diesen Gesichtspunkten aber auch der Tatsache, dass die Ersten die Kommen, auch die Letzten sind die Gehen. (Die Ersten werden auch die Letzten sein). 

Diesmal galt es zunächst einmal Platz zu schaffen, einen weiteren Raum von Gerümpel zu befreien. Dieses zum Teil der Entsorgung zuzuführen sowie über die Saison gesammeltes Holz zusammen mit weiteren vorhandenen Brettern und Kanthölzern zu Brennholz zu verarbeiten. Wie bei jeder derartigen Aktion bleibt es natürlich nicht aus, dass man hierbei auf alte Schätze stößt und lange vermistes wieder findet. Dennoch hat man sich doch in der Zeit verschätzt, denn es konnten bei Weitem nicht alle geplanten und vorgesehenen Arbeiten erledigt werden, so dass es noch einiger weiterer Termine bedarf um das alles abzuarbeiten. Der freigeräumte Raum wurde zur Brennholzkammer umfunktioniert und im Verlaufe der Arbeit wuchs der Bennholzstapel unaufhörlich und zu beachtlicher Größe, so dass zumindest für die kommende Lagerperiode keiner der Teilnehmer frieren muß. Wie schon ausgeführt war die durchgeführte Aktion im Kontor nur der Auftakt um endlich zu einer etwas übersichtlichen Materiallagerung zu kommen. Jedoch zeigt die Erfahrung, dass der Umfang der Ausstattung von Jahr zu Jahr zunimmt und die Fahrzeuge gar nicht groß genug sein können, so dass freier Platz binnen kürzester Zeit wieder mit neuem Material belegt wird.  Die folgenden Monate sollen nunmehr auch genutzt werden einige Dinge zu reparieren und auszubessern. So soll das Grünweiße Zelt neue Abspannseile mit Seilspannern erhalten. So sind die Zeltheringe zu richten und Beschädigungen an weiteren Gegenständen zu beheben. Die kalte Jahreszeit soll fernerhin benutzt werden um mit der Neuanfertigung von Gewandung weiter voran zu kommen. Hierbei dürfte insgesamt keine Langweile aufkommen eher schon wird es wiederum so sein, dass die Zeit wieder nicht reichen wird um sämtliche Vorhaben abzuarbeiten.

Rückblick 

Das Jahr 2011 war geprägt durch mancherlei Aktionen und Erlebnisse. Der Markt und die Ritterspiele zu Freienfels diesmal mit dichtem Nebel und tiefen Temperaturen, der Markt in Worms, der wahrlich alles zu bieten hatte Im Gedächnis der Mannen dürfte vorallem die Regenschlacht zu Freisen haften bleiben. Sicherlich war das Schwertkampf Seminar auf der Feste Dilsberg für einige ein Höhepunkt der diesjährigen Saison.Es war möglich wiederum drei Lagertermine durchzuführen. Ein ursrünglich geplanter Vierter Termin kam nicht zu Stande da wir vom Veranstalter weder Zu- noch Absage erhielten. Die in früheren Jahren üblichen  gemeinsamen Tagesbesuche bei diversen Veranstaltungen in unserer Region  kamen praktisch zum Erliegen. Meist waren es Einzelbesuche einzelner Gruppenmitgliedern bei verschiedenen Märkten über die dann im Blog und teilweise auch auf der Homepage berichtet wurde. Insgesamt ist aber ein deutlicher Rückgang der Aktivitäten insgesamt zu verzeichnen. Was die Lagerausstattung anbetrifft so konnten im Verlaufe des Jahres einige kleinere Dinge realisiert werden, aber es mußten auch einige Dinge ausgetauscht und ersetzt werden. Für die Zukunft und die weitere Entwicklung unserer Gemeinschaft wird es immer drängender eine Standortbestimmung durchzuführen, welche es ermöglichen sollte eine Entwicklungsrichtung aufzuzeigen und den Weg hierfür zu bereiten. Daher sollten die folgenden Konvente intensiv für entsprechende Gespräche genutzt werden, aber auch zur Verbereitung und Planung des kommenden Veranstaltungsjahres. Konrad

Märchen und Sagentage 2011

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Alljährlich am letzten Oktoberwochenende finden in Reichelsheim die in der Region allseits bekannten Märchen und Sagentage statt. Diese Veranstaltung ist verbunden mit einem mittelalterlichen Markt, welcher hauptsächlich auf zwei Plätzen im Altstadtkern angeordnet ist. Ein weiterer Veranstaltungsort befindet sich vor der Stadthalle am Rande der Altstadt.
Bei herrlichem Spätberbstwetter fuhren wir seit einigen Jahren erstmals wieder gen Reichelsheim um dem Markte einen Besuch abzustatten, Freunde zu besuchen sowie zum Saisonabschluß nochmals etwas Marktatmosphäre zu schnuppern. Für unseren Besuch hatten wir den Samstag gewählt, weil es hier etwas einfacher ist einen Abstellplatz für unser Pferdefuhrwerk zu finden. Beim flanieren über die verschiedenen Marktbereiche konnte man hier und da auch einige interessante Dinge finden. Insbesondere der Stand von Britta Gläßer (Gewandburg) hatte es uns angetan waren da doch schön Gebende Nadeln zu bestaunen und zu erstehen.

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Im Gegensatz zu anderen Märkten und Veranstaltungen wird in Reichelsheim kein Eintritt erhoben. Verpflegungsstände, gab es innerhalb des gesamten Marktbereiches genügend und im Rahmen des Stadtfestes hatte auch die örtliche Gastronomie geöffnet.

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Für Musik und Kurzweil sorgten verschiedene Musikgruppen, die an verschiedenen Orten innerhalb des Markbereiches und der Altstadt spielten. Darunter diesmal auch Elster Silberflug (das Urgestein, der Mittelalter und Vagantenszene), sowie die Gruppe Kric aus Polen, auf der Bühne an der Stadthalle. Es gab recht schöne Scherenstühle zu einem annehmbaren Preis, Räucherwerk aber auch die bekannten und besonders wohlschmeckenden Apfelkringel. Der Laternenmacher war ebenfalls wieder dabei sowie der Skriptor, wo man einiges über Schriften und den eigenen Vornahmen in Erfahrung bringen konnte.
Uns zogs nun aber zur Fro (Freie Ritterschaft Odenwald) um unsere Bekannten zu besuchen und einige Worte zu wechseln bevor die offizielle Markteröffnung auf dem oberen Platz erfolgte.Die Zahl der gewandeten Besucher hat deutlich abgenommen (wir waren diesmal auch in Alltagskleidung gekommen und kamen uns etwas “fremd” und ungewohnt vor.) Ambiente tauglich Gewandete waren nur wenige auszumachen, von einigen wenigen Händlern abgesehen, auch das gesamte Angebot an Ständen hat gegenüber dem früher gewohnten etwas (subjektive Meinung) abgenommen.Nicole Röver (die Haus- und Hoflieferantin, der Winenheimer) war wie immer mit Ihrem Bekleidungsstand verteten und Larissa Anton (Wildweibchenstein) zeigte diesmal ein Filmchen über die Römer im Odenwald. Für die Reparatur meines Gambesions erstand ich 2 Lederbänder sowie eine magische Scheibe zur Unterhaltung in der kalten Jahreszeit.Das Programm für die Kinder ist recht umfangreich, da an den verschiedensten Orten im gesamten Stadtgebiet entsprechende Vorlesungen, Vorführungen und Aktionen statt fanden. Auf dem Rückweg trafen wir dann noch Bruder Werner, welcher ebenfalls den Weg nach Reichelsheim gesucht und gefunden allerdings diesmal ohne Verkaufsstand aber im Anmarsch auf den Apfelkringelstand.

Nach gefühlten und gelaufenen etlichen Kilometern und mehreren Rundgängen durch den Veranstaltungsbereich traten wir dem Heinweg an. Auf der Burg Reichenstein wurden Führungen angeboten, die mich noch interessiert hätten, aber mit Rücksicht auf meinen derzeitigen “Hinkefuß” war das leider diesmal nicht machbar, genauso wie der schon seit Monaten geplante Besuch der Burg Rodenstein. Es gibt daher noch einige Gründe erneut den Weg nach Reichelsheim zu suchen.

Vorratstöpfe

Auf dem Markte zu  Freienfels bestellt und nach langer Wartezeit nunmehr eingetroffen ist eine Sendung aus der Keramikwerkstatt von Ilja Frenzel die sowohl die Aquamanileschale als auch die extra angefertigten Vorratsdosen enthielt. Diese Töpfe sollen auf der Tafel als Behälter für Marmelade, Schmalz und diese allseits beliebte braune orientalische Paste…, Verwendung finden. Zielvorgabe war 3 gleiche Gefäße, zur besseren Reinigung innen lasiert und mit unterschiedlichem Dekor, damit man den Inhalt bereits von außen erkennen kann.

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Auch die Aquamanile hat nunmehr eine passende schlichte Schale erhalten und ist nunmehr in Verbindung mit Leinen Handtüchern für den Gebrauch an der herrschaftlichen Tafel einsatzfertig.

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Da sitzt er nun der Greif inmitten seiner Schale und hart der Dinge die da kommen werden.

Die Reise nach Philippsburg

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In der Vergangenheit gab es schon einige ins Auge gefasste Termine um den Reisenden aus Mannheim wieder einmal einen Besuch abzustatten. Leider klappte es aus den unterschiedlichsten Gründen nie so recht. Meist überschnitten sich auch noch die jeweiligen Lagertermine oder es waren private Hemmnisse die einen Besuch vereitelten. Am Pfingstsonntag war es endlich soweit und so machten wir uns in der frühe auf den Weg nach Philippsburg um den Reisenden unsere Aufwartung zu machen und natürlich auch den Markt zu besuchen.

Die Anreise verlief zunächst ohne Probleme, aber es stellte sich heraus, dass der kürzeste Weg nicht immer der Beste ist- denn dieser endete vor einer Straßensperre und unser himmlischer Helfer lies sich auch nicht beirren und führte uns prompt an der Nase herum in einem großen Bogen just genau wieder zu der Stelle der gesperrten Straße. Also das gleiche nochmals an anderer Stelle und viel weiter südlich an der nächsten Ausfahrt der Überlandstraße probiert und diesmal in der Tat näherten wir uns problemlos unserem Ziel. So lernt man wenigstens bisher unbekannte Flecken und Dörfer kennen. Auf Grund der wirklich guten Ausschilderung fanden wir dann den Nebenstraßen und Feldwegen folgend über die Ausfahrtstraße doch noch Zugang zum Parkplatz auf der Wiese hinter dem Markt, wo wir unser Fuhrwerk abstellen konnten. Glücklicherweise wollte um diese Zeit noch niemand den Markt verlassen, dann wäre es recht enge auf der schmalen Straße geworden.

Bisher waren wir noch nicht auf dem Markt zu Philippsburg gewesen hatten allenfalls darüber in Berichten gelesen und den Empfehlungen unseres Dienstmannes Andreas von Vidtenheim folgend wollten wir auch selbst erkunden, was es damit auf sich hat.

Nachdem die Zollformalitäten erledigt und auch der Wegzoll von 4 Euro pro Gewandeten entrichtet war, das gemeine Volk musste deren 7 pro Nase berappen, ging es auf die Suche um die Zeltstadt der Reisenden zu finden, was sich eigentlich recht einfach gestaltete, denn man brauchte auf dem überschaubaren Markt im Grunde nur nach zwei Dingen zu suchen: 1. Nach einem der größten Zelte auf dem Platz und 2. nach einem orientalisch/arabischen Lagerplatz. Beides natürlich nebeneinander. Kurzum man brauche kaum danach zu suchen und war daher nach kurzer Zeit zur Stelle.

Der Comes Günther und die Gräfin Iris de Föhrenhof hießen uns herzlich willkommen. Ebenso Turan Il Schah und seine Gattin Adela. Nach der Überreichung der Gastgeschenke und der Begrüßung der „Mitreisenden“ ging es gleich daran entsprechende Gespräche aufzunehmen und sich über alte und neue Dinge auszutauschen, aber auch über das eine oder andere Vorhaben zu sprechen. Auf jeden Fall verflog die Zeit recht geschwind und die Melodien der Mitreisen Spielleute sorgten für entsprechende Kurzweil, aber auch für eine angemessene feinfühlige Atmosphäre.

 

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Nachdem die Mittagszeit schon mehr als deutlich überschritten war wurde es Zeit sich auch den Markt anschauen nach den Spielleuten und den anderen Lagergruppen zu schauen. Es war auch wieder recht warm geworden und der Platz lies generell einige Schattenplätze vermissen, denn schattenspendende Bäume waren hier nicht anzutreffen. Wohl dem der gute Bekannte hat, wo man sich niederlassen und ausruhen kann.

Wie schon angeführt war der Markbereich in der Mitte recht überschaubar. Neben den üblichen Dingen für das Volk, gab es auch einige Händler mit guten Warenangebot: Ein Goldschmied der Repliken von Schmuck herstellt, ein Töpferei der seine Erzeugnisse feil bot, aber auch der Waldglasverkäufer, bei dem ich schon auf dem Markt zu Worms einiges erworben hatte. Trotz Bedarf, verbot ich mir aus finanziellen Gründen, weitere Anschaffungen, so dass es diesmal beim Anschauen blieb und die Händler das Nachsehen hatten. Vorgeführt wurden natürlich auch einige Handwerke, wie: Korbflechten, Drechseln, Perlen machen, töpfern und natürlich heißbegehrt die Schmiede und der Waffenhändler.

Lediglich bei den Verpflegungsständen griffen wir zu, denn insbesondere meine werte Gemahlin verspürte einen gewaltigen Hunger und bei der Hitze des Tages ging es auch nicht ohne kühle Getränke.

Interessant waren auch einige wenige gute Lagergruppen, die wir noch nicht kannten.

Über die Mittagszeit hatte sich der Markt doch merklich gefüllt. Für gewisse Bedürfnisse waren ein Wagen und ein Container aufgestellt, die regelmäßig gesäubert wurden. Jedoch für die Menge der Leute war das zuwenig, da sich hier längere Warteschlangen bildeten.

 

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Nach dem Rundgang ging es wieder ins Lager um die Gespräche wieder aufzunehmen. Dabei gewannen wir Erkenntnisse insbesondere über das Herstellen von Haarnetzen aus  Leinen- und Maulbeerseide. Deren Herstellung (Filettechnik) erläuterte Adela recht anschaulich. Gleichwohl ist zu bemerken, dass die weiblichen Mitglieder der Reisenden für alles was mit schneidern, sticken, spinnen, weben und der gleichen mehr recht bewandert sind und über einen beachtlichen Fundus von Erkenntnissen und Erfahrungen verfügen.

 

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Die Sonne senkte sich schon in Ihrer Himmelsbahn, so dass auch wir uns anschickten, wieder die Rückreise anzutreten. Wie das Willkommen so war auch der Abschied herzlich und wir versprachen ein baldiges Wiedersehen und einen etwas häufigeren Kontakt, als in der Vergangenheit zu halten. Ein letzter Gruß galt auch den Mitreisenden, die wir unterwegs noch trafen. Die Rückreise verlief unproblematisch und mit vielen neuen Eindrücken erreichten wir dann wieder unsere Heimstatt.

 

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Konrads Pilgerwege und Reisen

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Direkt neben der vielbefahrenen Hauptstrasse steht ein kleines Kirchlein. Die Rede ist von San Severo. Die Kirche stammt aus dem 12.Jahrhundert und beinhaltet noch die Reste eines langobardischen Vorgängerbaues aus dem 9.Jahrhundert. Baureste und Architekturreste wurden in der Krypta ergraben. Dies und das Alter der Kirche sind aber bei weitem nicht das Besondere an dem Gebäude sondern es ist die nahezu komplett vorhandene Ausmalung mit kostbaren Fresken, die etwas Außergewöhnlich seltenes darstellt. Neben Szenen aus der Apokalypse und der Passion Christi finden sich auch Darstellungen von Ritterkämpfen in dieser romanischen Kirche.

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Leider geben die vorstehenden Bilder nicht annähernd den Raumeindruck wieder, der sich dem Besucher darbietet.

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Zelte…….. mein bestes Stück

Geschehen auf dem Markte zu Freisen. Mäßiger Wind und einigen kleineren Böen und später einsetzender Regen setzten von Samstag auf Sonntagnacht meinem neuen „A“ Zelt dermaßen zu, daß zu nächtlicher Stunde die Konstruktion in sich zusammenbrach. Glücklicherweise war zu diesem Zeitpunkt niemand im Zelt, so daß keiner zu Schaden kam.
Dennoch ist dieses Vorkommnis recht ärgerlich, da es sich bei dem Zelt, nicht wie sicherlich einige vermuten könnten um einen Eigenbau, sondern um das recht kostspielige Objekt einer bekannten polnischen Firma handelt. Auf Grund der positiven Aussagen in der Szene und entsprechender Berichte in diversen Foren hatte ich mich 2007 entschlossen, mein bisheriges Baumwollzelt gegen ein echtes Leinenzelt in „a“ Qualität zu tauschen um damit auch auf Szene-Veranstaltungen, abseits der üblichen Mittelaltermärkte, willkommen zu sein.
Generell war davon auszugehen, dass es sich bei dem gekauften Speichenradzelt mit 5 m Durchmesser um einen in der Praxis erprobten und auch bereits mehrfach verkauften Zelttyp handelt. Aber bereits bei der Lieferung passte sowohl der Mast, als auch die relativ dünnen Speichen und das kleine Speichenrad mit gerade 20 cm Durchmesser nicht zu dem Bild, das ich mir von der Konstruktion gemacht hatte. Die 16 Speichen wurden mit Hilfe eines Metallstiftes einfach in die entsprechenden Bohrungen des Speichenrades gesteckt. Auf der Seite der Plane wurden diese in entsprechende Taschen eingesteckt. Der Mast besteht transportbedingt aus zwei Teilen, die Verbindung der beiden erfolgt durch eine einfache Alu-Hülse, die mit dem unteren Mastteil einfach vernagelt war. Schon bei der Anlieferung war eine der Speichen im Bereich des Metallstifteinsatzes ausgebrochen, da anscheinend das Holz nicht abgelagert sondern noch recht frisch war zeigten sich allerorten nach kurzer Zeit schon Schwindrisse.

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Das Bild zeigt die Verbindung der beiden Mastteile, sowie das Speichenrad mit den eingesteckten Speichen, beim Probeaufbau

Das Zelt wurde in Freienfels und auf dem Markt zu Worms aufgebaut und hat diese beiden Märkte ohne irgendwelche Schäden an der Konstruktion überstanden. Dennoch zeigte es sich, dass ein Leinenzelt erheblich schwieriger zu handeln ist, als das bisher gewohnte Baumwollzelt, denn allein die Leinenplanen wiegen gute 60 Kilo. Das Zelt besteht aus 3 Planen: Das obere Teil, der Kegel (Mastspitze bis zu den Speichen) die Restlichen beiden Planen sind die Seitenwände, die von Innen an dem Kegel befestigt werden. Die Sache hat einen großen Vorteil, da man den Eingang noch festlegen kann, wenn die Zeltkonstruktion schon steht. Fernerhin ist es möglich das Zelt auch teilweise zu öffnen, um den Besuchern, sofern gewünscht, Einblick in das Innere zu gewähren… (aber soweit sind wir noch nicht, daher lassen wir es einfach zu)

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Der Mast wird zusammengesteckt und mit der Metallhülse durch die obere Scheibe geschoben, an der die Kegelplane befestigt ist. Anschließen werden die Sturmsicherungsseile an der Mastspitze eingehängt und die Konstruktion aufgestellt. Die 3 Abspannseile halten die Konstruktion (möglichst unter 45 Grad). Als nächstes werden die Speichen in das Speichenrad am Mast eingesteckt und an der Außenplane in die Taschen. Im mittleren Bild recht schön zu erkennen, auch die Aufnahme bzw. die Befestigung der Seitenwände. Beim rechten Bild sind die Seitenwände eingehängt. Die Konstruktion wird in Höhe der Speichen mit Seilen abgespannt. Ebenso werden die Seitenwände unten nach Außen gespannt mit Heringen befestigt. Normalerweise sollte die Konstruktion jetzt auch ohne die Sturmsicherungsleinen stabil stehen.
Leider zeigte es sich, da ich ja Hanfseile haben wollte, dass diese nicht gedehnt waren, man hätte die ganzen Seile vor Gebrauch entsprechend belasten müssen, damit diese sich aushängen. Es zeigte sich, dass der Längenzuwachs infolge Ausdehnung recht erheblich war und man praktisch ständig nachspannen mußte. Ähnlich verhält sich auch das Leinen, wenn es dann kühler wird, oder die Plane feucht wird zieht sich das ganze zusammen, so dass die Spannung wieder gelockert werden muss, ansonsten die Plane übernacht brettartig hart gespannt. So hat sich auch der Mast gut 10 cm in den Boden eingegraben.

Etwas Theorie

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Das Gewicht der Plane ,als auch der Seitenwände wird allein vom Zentralmast getragen. Der Mast ist aus Transportgründen hälftig geteilt und die beiden Teile werden lediglich mittels einer am oberen Mastteil angebrachten ALU Hülse verbunden. Ebenfalls am oberen Mastteil ist das Speichenrad befestigt. Mit gerade 20 cm Außendurchmesser und 16 Speichen sitzen die Bohrungen recht eng. In diese Bohrungen werden die Speichen mittels eines Metallstiftes eingesteckt.

Die Speichen (Dachlattenstärke) haben lediglich eine aussteifende Wirkung. Diese werden an der Außenseite in entsprechende Taschen eingesteckt. Fernerhin wird mit den Speichen auch die Last der Außenwände teilweise aufgenommen. Die Planen werden zwar an der Kegelplane unter dem Rand mit Knebeln eingehängt, aber ein großer Teil der Last nehmen die Speichen auf.

Die Konstruktion eines Speichenradzeltes ist an sich schon genial (Regenschirmprinzip) und auch wunderbar stabil, wenn alle Teile ordnungsgemäß und sauber gearbeitet sind.
Wie oben schon ausgeführt dehnt sich die Leinenplane bei Erwärmung aus und zieht sich bei Kälte wieder zusammen. Das Zelt hat 5 m Durchmesser und die Planen sind schon einige qm groß, so dass der Längenzuwachs nicht zu verachten sondern zu berücksichtigen ist.

Knackpunkte: Konstruktion
Die Verbindung der beiden Masthälften muss so sein, dass diese an der Verbindungsstelle kein Spiel haben, denn unter Winddruck wackelt die Konstruktion ganz schön und der Mast hat das Bedürfnis an dieser Stelle einzuknicken. Da das Speichenrad mit dem Mast fest verbunden ist geht die gesamte Konstruktion mit und das Speichenrad wird erheblich belastet, ebenso die Speichen, die ja nur ein geringes Spiel (Beweglichkeit) haben.

Kurzum was ist geschehen:
a) Die Zeltplane des Kegels endet an einer 5 cm starken Scheibe Durchmesser ca. 12 cm an dieser Scheibe war die Plane mit 8 Dachpappstiften außen an der Scheibe angenagelt.
b) Die Speichen waren zu kurz, diese konnten sehr leicht herausfallen, wenn sich die Plane in Folge der Tageswärme ausgedehnt hatte.
c) Das Speichenrad war zu klein und zu schwach. Durch die 16 Bohrungen für die Speichen wurde es noch mehr geschwächt
d) Der Mast hatte erhebliches Spiel im Bereich der Verbindungshülse

Was geschah in Freisen:
Es gab keinen Sturm sondern es wehte ein mäßiger Wind nur ab und an waren einige kleinere Böen darunter. In Folge der Windeinwirkung wackelte die Konstruktion im Verbindungsbereich des Mastes. Das Einstecken von Holzkeilen änderte am Verhalten wenig. Durch den einsetzenden Nieselregen nahm die Leinenplane an Gewicht zu.
Die Nägel an der Kegelspitze (Scheibe) lockerten sich und das Gewicht der Plane zog diese schließlich heraus.
Die Folge war, dass die gesamte Konstruktion in sich zusammenbrach, natürlich zu nächtlicher Stunde, so dass man kaum mehr tun konnte, als die Ausrüstungsgegenstände zu bergen und in den anderen Zelten unterzubringen. Das Ausmaß der Schäden zeigte sich erst am darauf folgenden Morgen:
Der Mast stand noch an der Spitze die Scheibe, an der einmal die Plane befestigt war. Das Speichenrad war zerbrochen und bei einigen Speichen waren selbst die Metallstifte verbogen.
Die Plane hatten glücklicherweise keinen Schaden genommen, die Laterne die im Zelt brannte ist beim Zusammenfallen zum Glück ausgegangen.
Der Schwachpunkt ist eindeutig die Befestigung der Plane an der Mastspitze, sowie die von der Materialstärke her betrachtet zu schwache Holzkonstruktion.

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oben: die herunter gerutschte Plane, die Nägel stecken noch im Stoff, Mitte: die zusammengefallene Konstruktion Mast und Speichen, Unten: die Nägel und das zerbrochene Speichenrad.

Zum Vergleich die Konstruktion meines älteres grün/weisen Baumwollzeltes, mit 3,5 m Durchmesser, das ich vor Jahren gebraucht gekauft habe. Nicht „A“ aber sehr stabil (Speichenrad). Die Plane ist oben mit einer verstärkten Kappe geschlossen und der Mast stößt von unten in diese Kappe. Die Speichen sind stabil am Rad eingesteckt und stecken außen ebenfalls in Taschen. Das Zelt dient derzeit als Vorratszelt und für Notfälle um ein Ausweichquartier zu haben.

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Größenvergleich: 5 m Leinenzelt gegen 3,5 m Baumwollzelt (gleicher Maßstab)

In Freisen wurden die Winenheimer dies Jahr gar schwer gebeutelt. Siehe hierzu entsprechende Berichte an anderer Stelle des Blog.
An dieser Stelle sei allen Mittstreitern aber auch den Lagernachbarn für die spontane Hilfe bei der Bergung der Ausrüstungsgegenstände bei Regen gedankt.

Reparatur:

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Bild 1 zeigt die obere Scheibe auf dem Mast, sowie die 4 Sturmsicherungsleinen, (2) die Scheibe mit den Originalnägeln mit denen die Plane seitlich an der Scheibe befestigt war. (3) Die Scheibe wird wieder in die Plane eingesetzt, aber anstelle der Nägel werden stabile Schrauben mit U-Scheiben eingesetzt (4) und verschraubt. Die obere Konstruktion wird durch eine Kugel (unten 1) mit Kegel abgeschlossen, der von unten mit der Kopfplatte verschraubt wird. Damit gewinnt das Zelt auch ein historisch besseres Aussehen.
Eventuell könnte man in einem weiteren Schritt an die vorhandene Plane eine Kappe annähen um den Kegel zu schließen um noch mehr Festigkeit zu erreichen.

Seit dem Ereignis stehe ich in intensiven Kontakt mit dem Hersteller und wir sind übereingekommen, dass die gesamte Holzkonstruktion ausgetauscht wird. Dabei hatte ich gleichzeitig darum gebeten, die Holzteile in Natura zu übersenden. Die Anlieferung der neuen Teile steht noch aus, diese sollen aber unterwegs bzw. tagtäglich hier bei mir eintreffen.

Über die Entwicklung der Dinge werde ich zu gegebener Zeit weiter berichten.

Das Zelt ist schon ein Hingucker, die Optik allein leider nicht alles. Ich hatte es in der Ausführung Leinen imprägniert, Seile und zusätzliche Sturmsicherungsleinen aus Hanf sowie mit geschmiedeten Heringen bestellt. Aber neben dem gewünschten historisch schönen Aussehen muss auch ein ordnungsgemäßer Gebrauch sichergestellt sein.
Normalerweise braucht Leinen nicht imprägniert zu werden, da die Faser bei Regen Wasser aufnimmt und quillt und so sich selbst abdichtet. Aber eine vollgesogene Leinenplane (schon im trockenen Zustand recht schwer) hat ein enormes Gewicht und braucht auch recht lange bis diese wieder trocken ist.
Im Zeltinneren ist es recht dunkel, da die Leinenplane kaum Licht durchläßt. Daher kann man auch ruhig schlafen, auch wenn rings herum Scheinwerfer an sind.
Grundsätzlich muss man sich aber mit dem Material auseinandersetzen und sich darauf einstellen. Der Umgang ist nicht so einfach, wie ich es von meinem Baumwollzelt bisher gewohnt war.

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Das aufgebaute Zelt beim Spektakulum im Wormser Wäldchen

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