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Archiv der Kategorie Interessante Burgen und Orte
Eine interessante Burgruine
27.5.2008 von Konrad.
Unser heutiger Besuch (14.08.07) gilt einer nicht so bekannten Burgruine im Neckartal, die etwas schwierig zu erreichen und auch versteckt liegt. Dennoch ist die Anlage absolut sehenswert, auch wenn die Ruine etwas mehr Pflege und Hinwendung durchaus vertragen könnte. Leider gibt es auch Zeitgenossen, die auch heute noch, den ehrwürdigen Resten weiteren Schaden zufügen. Durch wildes Grillen im Gebäudeinneren, durch liegenlassen von Flaschen und Unrat, oder auch durch Farbschmierereien die Mauerreste verschmutzen, die letztlich dann nur mit hohen Aufwand wieder entfernt werden können. Hierdurch werden vielfach Bemühungen zur Erhaltung des Vorhandenen zu Nichte gemacht und Bürger die sich ehrenamtlich dafür einsetzen de- motiviert.
Die Burganlage selbst hat mit der Geschichte der Winenheimer und deren geschichtlichen Umfeld nichts zu tun.
Der Zeitraum der Errichtung liegt auch etwas später. Der ursprüngliche Name der Anlage ist nicht überliefert. Im Laufe der Zeit hat sich der Name Minneburg eingebürgert, der auf eine Sage zurückgeht, doch hierüber an anderer Stelle mehr.
Die Burg liegt auf der Gemarkung des Ortes Neckarkatzenbach auf der Südseite des Neckars und ist geschichtlich eng mit dem Ortsteil Guttenbach verbunden. Die Wege zur Ruine sind nur bescheiden ausgeschildert, ein Parkplatz befindet sich direkt am südlichen Neckarufer. Von da ab gibt es einen steilen Saumpfad der hinauf zur Burg führt. Eine bequemerer aber bedeutend längerer Weg führt um den Schlossberg herum hoch zur Minneburg.
Alte Darstellung der Mineburg (Palas)
Zur Geschichte:
Wann die Burg entstanden ist und welchen Ursprungsnamen sie trug liegt im Dunkeln der Geschichte. Vermutlich wurde sie von staufischen Dienstmannen um 1250 erbaut, vielleicht im Zusammenhang mit der Errichtung der Kaiserpfalz in Bad Wimpfen. Die alte Burganlage entspricht der heutigen Kernburg (5-Eck). Aus dieser Zeit stammen der ziemlich kleine, aber ehemals höhere Bergfried, Ringmauer, Palas und der sogenannte Küchenbau. Ihre erste historisch gesicherte Erwähnung datiert auf das Jahr 1339, als Eberhardt Rüdt von Collenberg die Burg und die zugehörigen Ländereien, darunter die Orte Guttenbach und Neckarkatzenbach durch Heirat erwarb. Bereits 1349 verkaufte dieser sie an Ruprecht I. von der Pfalz. Die Kurpfalz verpfändete die Burg verschiedentlich an den regionalen niederen Adel, darunter auch die Herren von Gemmingen. Im Jahre 1518 (oder 1521) ging die Minneburg als Erblehen an den Heidelberger Vogt Wilhelm von Habern, auf den der Umbau zur heutigen Gestalt der Kernburg mit ihrem repräsentativen Palas und die Erweiterung um die mächtige Befestigungsanlage mit Wehrtürmen sowie die Vorburg zurückgeht. Etwa ein Jahr nach der Besitzübereignung sollen zumindest Teile der Befestigungsanlage bereits fertig gestellt worden sein. Der Baumeister war ein Hans Steinmüller aus Wertheim, der in jener Zeit als Spezialist für Befestigungsanlagen in Süddeutschland sehr gefragt war.
Spätestens in diese Zeit fällt auch der Bau der Wasserversorgung. Über eine Holzleitung wurde das Wasser von einer Quelle oberhalb der Burg, über den Halsgraben, wo auch heute noch eine Stützpfeiler zu sehen ist, in das Burginnere geleitet. Eine Nische an der alten Schildmauer diente als Wasserspeicher.
Mit den Söhnen Wilhelms starb die Linie der Habern um 1600 aus und die Burg wurde zur kurpfälzischen Kellerei. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg durch Tillys Truppen belagert. Sie schossen schließlich eine Bresche in die Befestigungsanlage und am 22. März 1622 wurde die teilweise zerstörte Burg übergeben. Danach wurde sie als Steinbruch von der ansässigen Bevölkerung genutzt. Um 1648 war Johann Sigmund Seyfried verantwortlich für die Kellerei und zugleich der erste bekannte Beamte in der Funktion eines Zentgrafen für das Unteramt Schwarzach-Minneburg des Stüber Zent. Die Kellerei zog 1663 auf die benachbarte Burg Schwarzach um und behielt ihre Unteramtsbedeutung, bis die Kurpfalz 1803 größtenteils dem Großherzogtum Baden zugeschlagen wurde.
Ende des 19. Jahrhunderts erfolgten erste Renovierungsmaßnahmen an der Ruine, die jedoch in der Folgezeit wieder verfiel. Seit etwa 1970 wird die Ruine weiter gesichert.
Baulichkeiten
Die Minneburg liegt auf einem Ausläufer des Schlossrückens etwa 50 Meter oberhalb des Neckartals, westlich direkt gegenüber dem auf der anderen Neckarseite befindlichen Neckargerach auf der Gemarkung des etwa 1 km südöstlich liegenden Ortsteils Guttenbach. Gegen den nach Nordwesten weiter ansteigenden Schlossrücken ist die Anlage durch einen Halsgraben abgetrennt.
Der älteste Teil der Anlage ist die ein unregelmäßiges Fünfeck bildende Kernburg, die aus Palas, so genanntem Küchenbau, Schildmauer und Bergfried besteht, wobei unter diesen der Bergfried vermutlich am frühesten entstanden ist.
Ältere Luftaufnahme mit Eintragung der Bauteile
Grundriss der alten stauferzeitlichen Anlage
Die Schildmauer ist vom Bergfried durch eine Baufuge getrennt, so dass die Mauer entweder nach dem Bergfried entstand oder aber eine ältere, gleichzeitig mit dem Bergfried entstandene Mauer ersetzt hat. Der ursprünglich gotische Palas wurde in der Zeit der Renaissance unter Wilhelm von Habern um den Treppenturm ergänzt und mit Erkern und Ziergiebeln versehen.
Um die Kernburg herum entstand ebenfalls unter von Habern zu Beginn des 16. Jahrhunderts die massive Befestigungsanlage (Zwinger), deren Mauer bergseitig besonders hoch und dick ausgeführt wurde und die im Norden, Süden und Westen jeweils massive Geschütztürme aufweist. Talseitig entstand außerdem die großzügig angelegte Vorburg mit auf massiven steinernen Fundamenten ruhenden Wirtschaftsgebäuden. Der Zugang zur Burg erfolgte durch das südöstlich gelegene Burgtor mit Zugbrücke, durch das man zunächst in den Innenhof der Vorburg gelangt, von dem ein steil ansteigender Weg zur Kernburg führt. Obwohl die bedeutenden Erweiterungen und Umbauten erst im 16. Jahrhundert stattfanden, bot die Minneburg aufgrund der trutzigen neuen Mauern und Türme auch danach das Bild einer mittelalterlichen Burg.
Während heute die Vorburg bis auf wenige Mauer- und Fundamentreste fast vollständig abgetragen ist, wurden die Gebäude der Kernburg und die sie umgebenden Mauern und Geschütztürme gesichert und teilweise wiederhergestellt.
Grundriss der Gesamtanlage
1. Baufuge (Anschluss an älteren Bauteil der Unterburg?)
2. Stützpfeiler für Wasserleitung über den Halsgraben
3. Wasserbecken in Nische der Schildmauer (Hofseitig)
4. Wirtschaftsgebäude der Vor- oder Unterburg ohne bekannten Verwendungszweck
Was ist an der Minneburg so besonderes?
Die Minneburg ist in ihrer ersten Bauphase eine relativ kleine Burg mit 5 eckigen Grundriss der typisch für stauferzeitliche Burganlagen ist. (siehe Grundriss der oberen Burg). Neben dem Bergfried, der sicherlich früher einmal höher war, weist die Ringmauer eine annähernd gleiche Mauerstärke auf. An der Bergseite ist die Schildmauer mittels Fuge an den Bergfried angefügt und bildet in gleicher Dicke auch die Abschlusswand des neuen Palas, während die anschließende Wand die Dicke der Ringmauer aufweist. Lediglich zwischen dem Küchenbau und der Ringmauer klafft eine Lücke, welche mit einer dünneren Mauer geschlossen wurde. Es könnte sich hierbei um den ursprünglichen Zugang zur Burg handeln, welcher zu späterer Zeit aufgegeben und durch den heutigen Zugang ersetzt wurde. Der Bergfried ragt auf der Bergseite vor die Schildmauer und die anschließende Ringmauer hinaus und deckt vorzüglich sowohl den Küchenbau, als auch den früheren Eingang zur Burg.
Das besondere an der Minneburg, ist der zu späterem Zeitpunkt unternommene Versuch, die Verteidigungsanlagen auf den neuesten Stand der damaligen Technik zu bringen. Selbst wenn man die Vor- oder Unterburg hier einmal außer Betracht lässt, wurde die Fläche der Gesamtanlage beträchtlich vergrößert. Der Ausbau dürfte auch ein beträchtliches Vermögen verschlungen haben. Gegen die Bergseite wurde eine besonders starke Mantelmauer vorgelegt und die Ecken mit 2 gewaltigen für Pulvergeschütz ausgelegten Rondellen ( 1 und 2 ) gesichert. Schwächere Rondelle ( 3 und 4 ) sicherten den Zugangsweg und die Tor- bzw. Brückenanlage und waren auch für die Bestreichung der Gräben ausgelegt. Man betritt die Anlage durch das Haupttor der Unterburg. Von da führt der Burgweg hang aufwärts, von einer Futtermauer gestützt hoch zur Oberburg um kurz vor dem erreichen derselben eine enge Kehre zu beschreiten. Anschließend war ein Zwischentor zu passieren, dessen Reste noch heute erkennbar sind, um dann den Hauptzugang der Anlage zu erreichen. Neben vielen verteidigungstechnischen Aspekten findet man auf und an den Ruinen der Minneburg eine ganze Reihe von interessanten Architekturdetails. Der heutige neue Palas (der in späterer Zeit errichtet bzw. durch Um- und Ausbau eines Vorgängergebäudes realisiert wurde) weist eine ganze Menge von erhaltenen Details auf. Durch Einziehung einer Decke, werden auch im Unteren Bereich die Raumgröße aber auch die damaligen Lichtverhältnisse für den Besucher erfassbar. Auch die Höhe der Mauern, der Gebäude und deren Gruppierung um einen engen Innenhof lassen ein Gefühl der Enge, aber auch der sicheren Verwahrung aufkommen. Hiergegen kämpft der neue Palas mit seiner Leichtigkeit dem talseitigen , auf den Neckar ausgerichteten Erker gewissermaßen an und verdrängt wenigstens im oberen Teil die bedrückende Enge. Dennoch bleibt die Minneburg immer noch ein festes Haus und hält ihren Charakter als Verteidigungsanlage. Die Reste sind absolut sehens- und erfahrungswert. Dennoch könnte so manches noch an der Ruine verbessert werden (Zugänglichkeit der vorhandenen Kelleranlagen) Wichtig ist jedoch der Schutz vor Vandalismus, aber auch die rechtzeitige Entfernung des Mauerbewuchses.
Sage und Abwandlungen
Namensgeberin der Burg ist laut einer Sage Minna von Horneck. Sie sollte mit dem Grafen von Schwarzenberg verheiratet werden, flüchtete sich davor jedoch in eine Höhle in der Nähe der heutigen Minneburg, da sie den armen Ritter Edelmut von Ehrenberg liebte und auf dessen Heimkehr von einem Kreuzzug wartete. Als dieser tatsächlich zurückkehrte, lag Minna jedoch bereits im Sterben. Am Totenbett soll er die Errichtung einer Burg versprochen und zum Gedenken an die große Liebe (mittelhochdeutsch: Minne) der beiden ihr den Namen “Minneburg” gegeben haben.
Es soll heißen, in jener Nacht kommt eine Frau mit Verbrennungen im Gesicht und einem weißen Kleid zu Erscheinung, sie sitzt am Brunnen und kämmt ihre Haare, wenn man ihr Gesicht sieht vergisst man das Gesicht nie wieder. Und wenn man dann noch wegrennt, hört man ihr grausames Lachen.
Eine weitere Sage erzählt, dass sich drei ritterliche Brüder, in drei schöne Schwestern verliebten. Sie heirateten sie und bewohnten gemeinsam die Minneburg.
Quellen: Wikipedia, Informationstafel in der Vorburg, dito Grundrisse nach Vorlagen der Infotafel neu gezeichnet und ergänzt.
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Die Starkenburg über Heppenheim
29.10.2007 von Konrad.
Wer die Bergstrasse in Richtung Darmstadt entlang fährt, der kann schon aus großer Entfernung den Schloßberg von Heppenheim erkennen. In den letzten Jahren wurden hier einige Bäume entfernt, so daß die mächtige Anlage der Starkenburg besser zu Tage tritt. Die Geschichte der Burganlage ist eng mit der Geschichte des Klosters Lorsch verknüpft- so stellt die Starkenburg von Anbeginn an die Schutzburg des Reichsklosters da und ist somit einer der frühesten Burganlagen in unserer Region. Die Starkenburg war somit, wie später auch die Burg Winenheim keine Adelsburg um üblichen Sinn, sondern sie wurde mit Dienstmannen besetzt, denen der Schutz der Lorscher Besitzungen oblag. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich das Aussehen der Burganlage doch erheblich verändert. Ursprünglich wurde der Berg (Bucheldon) wohl mit einer eiligst errichteten Befestigung wohl in Form von Palisaden und Erdwällen versehen um der Belagerung des Bremer Erzbischofs Adalbert wirksam begegnen zu können. Anschließend folgte dann der stufenweise Ausbau in Stein. Auch sind mehre Umbau und Ausbauten im Laufe der Jahre erfolgt, so daß der ursprüngliche Bau nur in Teilbereichen erkennbar wird. Der Anblick der Anlage hat sich durch die Neuerrichtung eines neuen Bergfriedes, an anderer Stelle, doch beträchtlich verändert und moderne Einbauten und Auf- und Ausbauarbeiten sowie Zutaten an den vorhandenen Resten haben ein übriges dazu beigetragen, daß es sehr schwierig ist auf den Urzustand der Anlage zu schließen.
Der Stich von Merian aus dem Jahre 1645 (veröffentlicht in der „Topographia Palatinatus
Rheni“ zeigt die Starkenburg vor der Zerstörung bzw. vor der später erfolgten grundlegenden Veränderungen der Befestigung. Hier ist auch noch der 4. Runde Eckturm mit seinem Kegeldach, sowie das recht hohe Hauptgebäude zu erkennen, das sich ursprünglich wohl nicht entlang der gesamten Nordseite der Kernburg erstreckte. Der historische Bergfried stand frei in Übereckstellung im Burghof. Deutlich ist auch der Flankierungsturm und der weite Vor- oder Unterburgbereich, sowie das Eingangstor zu erkennen, ebenso der kleine Rundturm, der die Südwestecke des Zwingers verstärkte.
Grundriss aus 1724
Rekonstruktion von Baurat Kraus nach einer Lageskizze von 1724
Gemäß der Skizze der Starkenburg von 1724 haben sich zu Merians Ansicht schon grundlegende Veränderungen ergeben. Der nordwestliche Rundturm ist verschwunden und zum Graben hin wurde eine Schanze angelegt. Weitere Erdschanzen sind angedeutet, oder auch bereits begonnen worden, aber anscheinend wurden die Arbeiten zur Neubefestigung der Anlage zu einem späteren Zeitpunkt abgebrochen bzw. nicht zu Ende geführt.
Die in den Jahren 1836 bis 1840 durchgeführte erstmalige Katastervermessung zeigt die damals vorhandenen Reste der Gesamtanlage.
Die Geschichte der Starkenburg
Im 10. und frühen 11. Jahrhundert führte die Aufwärtsentwicklung des Klosters Lorsch zu solcher Größe, daß es dem Bremer Erzbischof Adalbert begehrenswert wurde. Und als es ihm im Jahr 1065 vom jungen König Heinrich IV. übertragen wurde, erbauten die treuen Dienstmannen des Fürstabts über Heppenheim die Starkenburg als Gegenwehr gegen die Besitznahme der Abtei durch den Erzbischof. Ihr Vorgehen war von Erfolg gekrönt. Die Starkenburg ist die früheste Höhenburg an der Berg-straße und das erste Beispiel für eine neue Festungstechnik. Im Laufe der Kämpfe am Rhein zwischen Herzog Friedrich von Schwaben und Erzbischof Adalbert von Mainz wurde die Aufmerksamkeit Kaiser Heinrich V. auf die Abtei Lorsch gelenkt, deren Gerechtsname er in den Jahren 1119 bis 1125 selbst in die Hand nahm. Dadurch besaß er die tatsächliche Verfügung über die weithin das Land beherrschende Starkenburg. Nach dem Tod des letzten Saliers besetzte Erzbischof Adalbert sofort die Abtei mit einem ihm genehmen Abt. Nach dessen raschem Tod wurde unter Lothar III. Abt Diemo zum Fürstabt bestellt. Er wurde zum Wiederhersteller der Abtei. Die 1090 abgebrannte Abteikirche wurde unter ihm 1130 neu erbaut, die Windeck über Weinheim wieder aufgebaut, die Starkenburg verstärkt, die Schauenburg über Dossenheim errichtet und Heppenheim ummauert.
Der 294 Meter hohe Bergvorsprung trug wahrscheinlich schon einen vorrömischen Ringwall. Die eigentliche Feste Starkenburg wurde 1065 durch das Kloster Lorsch erbaut. Am 6. September 1065 schenkte Heinrich IV. dem Erz-bischof Adalbert von Bremen die Abtei Lorsch. Diese stand damals unter der Leitung des Abtes Udalrich (1065-1075). Udalrich widersetzte sich dieser Schenkung und erbaute zum Schutz des Klosters und seines Landbesitzes die Starkenburg. Während des Reichstages in Trebur, in den Januartagen 1066, begann Adalbert mit ihrer Belagerung und verlor die Gunst des Königs, während Abt Udalrich, der mit 1200 gepanzerten Reitern auf dem Reichstag erschienen war, in seine alten Rechte wieder eingesetzt wurde.
Die Starkenburg ist die älteste steinerne Höhenburg im südhessischen Raum. Vierzig Jahre später, um 1100, ließ Lorsch über Weinheim die Windeck errichten, es folgten in Zwin-genberg eine obere und eine untere Burg. Diese drei Burganlagen: Starkenburg, Windeck und Zwingenberg sind, strategisch gesehen, Lorscher Paßsperren, um die Bergstraße und die sie kreuzenden Ost-West-Straßen in Schach zu halten. Die Starkenburg und die Windeck hatten dem Klosterschutz unmittelbar zu dienen. Sie wurden keinem Klostervogt anvertraut, sondern Burgmännern und Burggrafen gegeben. Alle übrigen Burgen der Bergstraße entstanden als feste Sitze von Klostervögten.
Immer war das Schicksal der Starkenburg eng an das der Stadt Heppenheim geknüpft. Mit Heppenheim gelangte sie bei der Auflösung der Fürstabtei Lorsch im Jahre 1232 an Kurmainz und gab dem neugegründeten Amt Starkenburg den Namen. Seit dieser Zeit währten auch die Streitigkeiten zwischen Kurmainz und der Kurpfalz. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts spitzten diese sich außerordentlich zu. Unter dem Mainzer Erzbischof Diether II. von Isenburg brach im März 1460 der Krieg aus, der unglücklich für ihn verlief. Am 20. April 1460 ging das Kurmainzer Schloss Schauenburg verloren. Zwischen Laudenbach und Hemsbach wurde in einem Treffen (Kampf) Ulrich von Kronberg, Burggraf der Starkenburg, mit 30 Mann, darunter acht Adelige, getötet.
1504 wurde die Starkenburg von Landgraf Wilhelm von Hessen vergeblich belagert. Im 30jährigen Krieg war sie abwechselnd besetzt von Spaniern, Pfälzern, Bayern, 1631 von Schweden und schließlich 1648 von Pfälzern. 1645 und 1647 versuchte Turenne sie zu erstürmen. 1648 kam sie mit Stadt und Amt wieder an Kurmainz und wurde 1680 in vielen Teilen neu aufgebaut.
Die Kurfürsten Anselm Franz von Ingelheim (1679 bis 1695) und Lothar Franz von Schönborn (1695 bis 1729) ließen vorgeschobene Erdwerke und Erdschanzen anlegen. Unter Anselm Franz wurde auch die Innenburg durch Um- und Neubauten wieder für eine ständige Besatzung brauchbar gemacht. Den Zustand der Burg nach diesem Um- und Erweiterungsbau stellt eine Planskizze aus 1724 dar.
Beim Bau der Jugendherberge in den Jahren 1958/59 stieß man auf die noch gut erhaltenen Fundamentbänke der 1680 errichteten Bauteile.
Ruine der Starkenburg um 1800
Hierbei fand man auffallend viele und schöne, ornamental und figürlich gestaltete Kachelteile. Über die Bauarbeiten des Jahres 1680 wissen wir durch eine, 1944 in Darmstadt leider verbrannte Kellereirechnung Bescheid. Im Neuen Bau, der einen großen Saal besaß, standen allein neun Kachelöfen. Die Dachrinne am Fuß des Schieferdaches war 122 Schuh lang. Die Mannschaftsbaracken besaßen 16 Fenster und 14 Türen. Auch das Backhaus wurde damals errichtet. An die letzte bedeutende Bauarbeit auf der Starkenburg erinnert ein Steinwappen, das früher neben dem Burgtor angebracht war, jetzt aber in die Südwand des neuen Turmes eingelassen ist. Es ist das Wappen des oben bereits erwähnten Mainzer Kurfürsten Anselm Franz von Ingelheim. 1689 wurde die Starkenburg von den Franzosen unter Melac vergeblich belagert. 1693 trotzte sie dem Franzoseneinfall unter Marschall de Lorges, während die Stadt Heppenheim damals einem großen Brand zum Opfer fiel. 1765 beschloß Mainz, die Feste zu schleifen und die Besatzung zurückzuziehen. Am 10. Juli 1768 schlug der Blitz in den Bergfried ein und brannte ihn aus. Die 1765 begonnenen Abbrucharbeiten der Burg schritten stetig weiter. Das dabei gewonnene Baumaterial wurde alljährlich versteigert. Der Erlös konnte kaum die Abbruchkosten decken. Erst unter Kurfürst Friedrich Karl Joseph von Erthal (1774-1802) kam die Ruine am 27. Oktober 1787 unter den Schutz der Beamten -‚als Denkmal alter deutscher Kunst und Sitte‘. 1832 begann man, den Burgberg aufzuforsten. Am 22. Oktober 1924 wurde der alte Bergfried, dessen Einsturz drohte, gesprengt. Bereits ein Jahr später, im Oktober 1925, konnten die Bauarbeiten zu seiner Neuaufrichtung vergeben werden. Mit Absicht verzichtete man damals auf eine Wiederherstellung des alten romanischen Turmes an der alten Stelle. Man schuf einen neuen, neu in der Gestalt und auf einem neuen, vorgeschobenen Platz. Doch soll das unter dem Balkon des neuen Turmes eingemauerte Säulchen mit Kapitell aus dem Mauerwerk des alten Turmes stammen. Es ist leider stark überarbeitet. Im Herbst 1958 erhielt der neue Turm, der bis dahin ein flaches Dach besaß, ein mit Hohlziegeln gedecktes Zeltdach. In den Jahren zuvor war die weitläufige Ruine baulich gesichert und vom dichten Baumwuchs soweit befreit worden, daß die mächtige Burganlage nun auch vom Tal und der Bergstraße aus sichtbar ist und viele Heimatfreunde zur Besteigung des Schloßberges verlockt. Im Spätsommer 1958 wurde auf dem Platz des 1680 errichteten ‚Neuen Baues‘ mit dem Bau einer Jugendherberge begonnen, die 1959 eingeweiht wurde.
Freigelegte Reste an der Nordwestecke der Starkenburg
Beim Aushub der Fundamente stieß man auf die Grundmauern des alten Palas und in dessen Mauerresten auf zahlreiche Profilsteine aus der Zeit der späten Romanik und der Gotik. Wie das Gebäude des Jahres 1680 nicht nur Steinmaterial der Vorgängerbauten mitbenutzte, sondern auch die Nordwestecke des alten hohen Baues beibehielt, geschah dies nun auch beim Bau der Jugendherberge 1958. In ihr sind die alte Nordwestecke und zwei Fensteröffnungen bis etwa zur halben Höhe erhalten.
Quellen: Heinrich Winter, Das schöne Heppenheim, 3. Auflage, Herausgegeben von der Stadt Heppenheim 1969
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Die Schauenburg ob Dossenheim
1.10.2007 von Konrad.
Aufnahme von Nord-Osten. Auf dem Felskopf die Zwingermauer und dahinter der Stumpf des Bergfrieds mit der angesetzten Schildmauer
Nördlich des Dorfes Dossenheim liegen oberhalb eines alten Steinbruches die Ruinen einer einst bedeutenden Burg. Noch vor einigen Jahrzenten war das Gelände von Schutt übersät und mit Gestrüpp überwuchert, nur ein Teil der Schildmauer und ein Stumpf des Bergfriedes schaute hieraus hervor.
Die Burganlage wurde durch einen mächtigen Halsgraben, vom Ausläufer des Ölberges getrennt.
Seit Anfang der 90er Jahre kümmert sich eine Interessensgruppe aus Dossenheim beispielhaft um die Ruinen und hat in jahrelanger Arbeit dort die noch vorhandenen Anlagenteile freigelegt und noch festgestellte und gesicherte Grundmauern über Bodenniveau sichtbar gemacht, so daß man wieder einen Eindruck über ehemalige Gebäude und Zugänge erlangen kann. Vom angelegten Rastplatz hat man einen wunderbaren Blick über Dossenheim und die Rheinebene, so daß sich eine Wanderung mit dem Besuch der Burgruine sehr gut verbinden läßt.
Nach einer ersten Freilegung und Einmessung auf Initiative des Altertumsforscher Karl Pfaff um 1902 fiel ein erheblicher Teil der Vorburg in den darauffolgenden Jahren dem Abbau des als Straßenschotter begehrten Porphyrgesteins im sogenannten „Schlossbruch“ zum Opfer.
Geschichte
Die Burg wurde um 1100 durch das Kloster Lorsch erbaut. 1130 wird der Lehensmanns Gerhard von Schauenburg erwähnt, der die Lorscher Besitztümer in Dossenheim, Handschuhsheim und Seckenheim verwaltete. Im 12. Jahrhundert stellte die Familie einen Speyerer Bischof und einen Abt des Klosters Lorsch.
Als stark befestigte Anlage diente es der Sicherung der Besitztümer.
Für die Mitte des 13, Jahrhunderts belegen die Urkunden wirtschaftliche Schwierigkeiten. Mit Simon von Schauenburg stirbt 1280 das Geschlecht aus. Die Erben veräußerten im Jahre 1303 Burg und Herrschaft an die Wittelsbacher Pfalzgrafen, welche damit den wohlhabenden Wormser Bürger Johann Holderbaum belehnten, der ihnen die Kaufsumme vorgestreckt hatte. Um 1320 gelangte Burg und Herrschaft Schauenburg dann mit Einverständnis König Ludwigs des Bayern aus dem Hause Wittelsbach an den Mainzer Erzbischof. Der von Geldsorgen ebenfalls nicht freie Kirchenfürst besetzte die Burg mit seinen Gefolgsleuten, zu denen Angehörige der Adelsgeschlechter Strahlenberg, Erbach und Handschuhsheim gehörten, welchen letzteren die Burg im 14. und 15. Jahrhundert für wenigstens acht Jahrzehnte verpfändet war. Aus dieser Zeit sind zahlreiche Baunachrichten erhalten, die auf eine nicht unerhebliche Erweiterung der Feste hindeuten. Vor den Toren der pfalzgräflichen Residenzstadt Heidelberg gelegen, stand die mainzische Schauenburg im 15. Jahrhundert bald im Brennpunkt der Auseinandersetzungen zwischen den beiden rivalisierenden Territorialmächten Kurpfalz und Kurmainz um die Vorherrschaft im Raum Bergstraße-Odenwald. Im Krieg von 1460 wurde die Burg schließlich von den Pfälzern zerstört. Über Jahrhunderte hinweg diente die Ruine der Dossenheimer Bevölkerung dann als willkommene Quelle für die Beschaffung billigen Baumaterials.
Grundriss der Schauenburg nach Alois Ridinger 1960, man beachte die heutige Abbruchkante des Steinbruches und die dem Steinabbau zum Opfer gefallenen Teile der südöstlich angegliederten Vorburg.
1 Burggraben: Ging um die ganze Burg herum. Heute nur noch zur Bergseite hin.
2 Schildmauer: Mächtige, gewinkelte Mauer zum Schutz der Angriffsseite im Osten.
3 Bergfried: Verstärkt die Spitze der Schildmauer, in die er integriert ist.
4 Kernburg: Ovaler “Burghof” inmitten der ältesten Gebäude.
5 Kapelle: (vermutliche Funktion des Gebäude Nr. 5.)
6 Treppenturm: Einzige Verbindung zwischen Kernburg und Zwinger.
7 Palas: Einst mehrstöckiges, Wohngebäude der Burg.
8 Wirtschaftsgebäude
9 Burgküche: 1339/41 genannt
10 Backhaus: 1339/41 genannt
11 Torzwinger mit Wachhaus (Nr. 12)
12 Wachhaus
13 Umfassungsmauer
14 Vorburg: Ursprünglich südöstlich vorgelagert, 1904-1906 in den Schloßbruch abgesprengt.
15 Schalenturm: Sprang nach Südosten aus der Vorburg vor.
16 Burgmannenhäuser: Erst 1420 und 1431 genannt.
17 Torbau: Nachträglich vor das äußere Burgtor gesetzt.
18 Drei Brückenpfeiler: Trugen die Zugbrücke.
19 Drei Zwischentore: Auf dem Weg zwischen Torbau und Kernburg.
20 Wasserleitung: Aus tönernen Rohren, unterirdisch; Quelle: oben im Kalkofental.
21 Zisterne: Wasserspeicher für Notzeiten; vermutete?
Luftaufnahme der Schauenburg (Michael Black, 1994) mit Eintragungen der Bauteile
Deutlich erkennbar ist der gewaltige Halsgraben, der den Burgbereich vom Ölberg tennt, sowie die Reste (in den 30er Jahren hochgemauert) der Brückenpfeiler und dahinter die dem eigentlichen Tor nochmals vorgesetzten Türme, deren Reste gerade gesichert und freigelegt werden.
Ende des alten Zugangsweges, Links: oberer Burghof (Kernburg) Rechts: Abbruchkante des jetzigen Steinbruchs (Metallgitter). Zum Glück blieb die Anlage der Kernburg vom weiteren Steinabbau verschont.
Blick in den oberen Burghof von Westen. sichtbar ist der Stumpf des Bergfriedes (Gerüst) sowie die beidseits anschließende Schildmauer. Links: Zwingermauer, mit Treppenanlage (ehemaliger Zugang zum Wehrgang). Vorn: Innere Ringmauer und Kellergeschoss des Palas
Freilegungsarbeiten folgten um 1932, 1959 und 1994.
Quelle : K.F. Schimper - Burgen und Schlösser im Rhein-Neckar-Dreieck. Schwetzingen, 1994.
Weitere Informationen über die Schauenburg gibt es auf der Webseite der Arbeitsgemeinschaft (www.schauenburg.de) . Im Heimatmuseum der Gemeinde Dossenheim befindet sich ein Modell der Burganlage sowie einige schöne Fundstücke ( Bodenplatten und Geschirr sowie gefundene Metallteile) darüber hinaus auch vielfältige Informationen zur Geschichte der Region.
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Historische insbesondere bauhistorische Beschreibung der Burg Winenheim
24.8.2007 von Konrad.
Vorbemerkung: Im Laufe der vergangenen Jahre seit 1800 sind einige Veröffentlichungen über die Burg Windeck (Winenheim) erschienen die nicht nur als Reiseführer dienten, sondern auch recht gute bauliche Beschreibungen der Anlage darstellen. Dies auch zu einer Zeit wo noch keinerlei Restaurierungsarbeiten durchgeführt wurden. Allerdings sind die geschichtlichen Zusammenhänge als auch die Baubeschreibungen, aus heutiger Sicht, mit Vorsicht zu genießen, da einiges durch heutige neuerliche Forschungen und Bauuntersuchungen sich anderst darstellt, als es in den damaligen Publikationen beschrieben ist. Dennoch geben diese Beschreibungen, Zeichnungen und Grundrisse dem Burgenfreund einige gute Quellen an die Hand.
Bei der Burg Windeck stellt der Bergfried eine außerordentliche Besonderheit da, insbesondere hier der Zugang zu dem selben.
Die Reihe beginnt mit dem Auszug aus dem 1901 erschienen Buch von Julius Naeher (Grossh. Bad.Ingenier und Inspektor a.D., Ritter des Grossh. Badischen Zähringer Löwenordens I. Cl. mit dem Titel: Die Burgenkunde für das südwestdeutsche Gebiet
Grundriss und Schnitt durch den Bergfried der Burg Windeck,
mit Darstellung der Eingangssituation, der Grundriss der Gesamtanlage orientiert sich an der Merianschen Ansicht von 1643, es ist daher fraglich ob gerade bei der Darstellung der Vorburg zur damaligen Zeit (um 1890) noch bauliche Reste vorhanden waren.
Weinheim ist ein sehr alter Ort und das feste Schloss von Winenheim auf dem nahen Bergvorsprung wird schon 1111 in einer Urkunde genannt.Der jetzige Bau, namentlich der starke runde Bergfried mit der Schildmauer ist aus der Zeit des Abtes Heinrich von Lorsch welcher seit langen Jahren im Besitz des Lobdengaues war und zu welchem Stadt und Schloss Weinheim gehörte. Als die Abtei Lorsch im Jahr 1232 an Kurmainz kam, entstand ein Streit mit den Kurfürsten von der Pfalz, als den Schirmvögten des Klosters Lorsch, der damit endigte, dass Stadt und Schloss Weinheim 100 Jahre später, also um 1330, für alle Zeiten an Kurpfalz kam. Von Weinheim aus ist es eine kleine halbe Stunde hinauf zur Burg Windeck. Wo die geologische Unterlage das schwer zu bearbeitende Urgestein ist wie hier, wählte man gerne für die Türme die rundliche Form. Der Bergfried A der Burg steht der Angriffseite zu und ist stumpf, das heißt ohne irgend einen Verband in die Schildmauer eingefügt. Der Turm hat bei einer Höhe von 28 m einen Durchmesser von 8 m und einen runden Innenraum von 2,2 m, also eine Mauerstarke von 2,9 m. Die Schildmauer S längs der östlichen Seite ist 3,2 m stark. Der Wehrgang G von da zur nördlichen 1,8 m starken Ringmauer, in welcher sich der Thoreingang a befindet, umzieht den Turm auf der Innenseite. Der Eingang zum Turm ist von der Schildmauer aus bewerkstelligt, er liegt 13,5 m über Bodenhöhe. Das Eingangsstockwerk ist 9 m hoch, und der Eingang zur Wendeltreppe, die zur Plattform des Turmes führt, ist 4 m über dem Boden. Man musste also mit einer ebenso hohen Leiter im Innenraum diese Eingangspforte zu gewinnen suchen. War also auch der Feind in das Inere des Turmes eingebrochen, so stand er hier vor dem grossen Hindernis, den ihm die 4 m hohe glatte Mauerwand bereitete. Unter der Plattform liegt noch ein 3 m hohes zweites Stockwerk, das sogenannte Verliess und die beiden darüber liegenden Stockwerke sind kuppelartig eingewölbt. Um den nötigen Raum zur Anlage der Wendeltreppe zu gewinnen, war eine Ausbauchung der rundlichen Grundform des Turmes auf 15 m Höhe bedingt. Das Zinnenstockwerk hatte vier eingewölbte Fensternischen mit Schiesslucken. Die Schildmauer hat auf der Innenseite bis zum Pallas fünf eingewölbte Nischen mit Schiesslucken, die den Verteidigern einen geschützten Schiessstand gewährten. Von den grossen Gebäulichkeiten, welche einst den Schlosshof zierten, sind nur noch die Gewölbe der Unterbauten sichtbar (siehe Lageplan), das Gebäude C diente als Stallung, B war der Pallas mit der angebauten Kapelle K, D das Dienstgebäude und b vor demselben der Brunnenschacht. Ein sehr geräumiger Zwinger und ein Vorwerk mit rundem Flankierungsturm erhöhten im Mittelalter die Verteidigungskraft der Feste.In dem bekannten Orleans’schen Zerstörungskrieg fiel auch diese Perle der mittelalterlichen Kriegsbaukunst in Trümmer. Die schöne Aussicht von der Burg in das blühende Rheinthal bis zum Haardtgebirge, zerstreut unsere trüben Gedanken bald und wir rufen: “Lasst die Burgen wie sie sind, dann freut sich Mann, Weib und Kind.”
Auch in der Publikation von August von Cohausen: Die Befestigungsweisen der Vorzeit und des Mittelalters von 1898 befindet sich der vorstehend genannte Grundriss und die Darstellung des Bergfriedes (Rekonstruktion). Deutlich ist hier die Ausbauchung des Turmes zu erkennen, die Infolge des zusätzlichen Raumbedarfes durch den Treppenturm in der Mauerdicke resultiert. Auch die Lage der Treppe ist an der Stelle (der Angriffsseite abgewand), so daß man hier eine Schwächung der Außenwand auch in Kauf nehmen konnte.
Auch Otto Piper geht in seinem Grundlagenwerk: Burgenkunde, erschienen 1912, auf den Bergfried der Burg Windeck ein und gibt die vorstehende Zeichnung wieder.
Fortsetzung folgt
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