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Zu Gast …
Anlässlich der Pilgerfahrt nach Worms war es mir Bernard de Noyer und meinem Weibe Joveta sowie meiner holden Tochter Clarice vergönnt, uns unter den Schutz der Dienstmannen zu Winenheim zu stellen und die Markttage behütet in Worms zu verbringen. Es war für uns die Gelegenheit unseren Sohn einmal wiederzusehen, der seit geraumer Zeit bei Ritter Mathias dient und wir konnten uns von seinen Fortschritten im Waffengang und beim Erlernen seiner ritterlichen Tugenden überzeugen. Es gestaltete sich bereits die Anreise in einem großen Tross als wahrer Glückstreffer und wir wurden weder von Wegelagerern noch anderem Gesindel heimgesucht und sicher nach Worms geleitet. Zur Rast wurde stets offenes Gelände gewählt und so konnte ich meiner Tochter gestatten sich ein wenig frei zu bewegen ohne von einer Horde Wachen umlagert zu sein. Trotz allem ging einer der Pilger verloren, aber sein wahrer Glaube führte ihn zu rechter Zeit auf den rechten Weg. In Worms angekommen war es beeindruckend mit welcher logistischen Kunstfertigkeit ein solches Heerlager aufgebaut wird und wie schnell die Karren und Pferde abgeladen sind und alles seinen Platz gefunden hat. Auch uns hatte der Trossmeister ein Plätzchen angewiesen und wir taten unser Bestes um mit der Geschwindigkeit der Dienstmannen Schritt zu halten. Es war uns also vergönnt sonnige, heiße Tage mit den Dienstmannen zu verbringen, an ihrer Tafel Platz zu nehmen, Speisen und Getränke zu teilen und ihre tiefe Gottverbundenheit und Ernsthaftigkeit zu erleben sowie ihre Disziplin zu bewundern. Ihre Gastfreundschaft kennt keine Grenzen und so war im Lager ein stetiges Kommen und Gehen, alte Freundschaften wurden aufgefrischt oder neue geschlossen. Die Tage in Worms vergingen viel zu schnell zwischen all den Pflichten und Notwendigkeiten. Nach den ersten Tagen zeichnete sich am heiligen Sonntag alsbälde ab, dass jeder der Ritter, Knappen, Weiber und Mägde und auch die Kinder, die nötige Läuterung erfahren hatten und eine gewisse Ruhe und Gelassenheit in den Zelten einkehrte. Als der Abend nahte, das Küchenfeuer gelöscht war und die Vorräte längst erschöft waren, wurde mit der gleichen Geschwindigkeit das Lager abgeschlagen, die Karren und Tiere beladen und die weite Heimreise angetreten.
Wir können mit Fug und Recht behaupten, dass wir gestärkt im Glauben, gefestigt in unseren Zielen und mit großer Demut im Herzen am späten Abend in die Auen zu Berkenowa zurückgekehrt sind.
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