Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs Die Winenheim Rolle - Der Blog der Dienstmannen zu Winenheim für Juni, 2011.
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Archive für Juni 2011
Marktbesuch in Hockenheim
24.6.2011 von admin.
Am Freitag machte ich mich mit meiner Tochter auf den Markt in Hockenheim zu besuchen. Da ich kurz nach der Markteröffnung um 16:00 dort war, fand ich schnell einen Platz an dem ich meine Kutsche abstellen konnte. Am Eingang musste ich zwar der Kassiererin erklären, dass man auf Mittelalter Märkten die Sache mit dem Schwertmaß für Kinder etwas dehnbarer sehen kann, aber sie hat es verstanden und so musste nur ich den ermäßigten Eintritt von 4 Silbertaler berappen. Der Markt ist sehr schön aufgeteilt zwischen Verkaufsständen und Lager. Auch gibt es genügend Toiletten Container und für die Lagerleute sind Duschcontainer vorhanden. Die Verkaufsstände sind gut gewählt und der Besucher wird von Sachen, die nicht im Entferntesten mit dem Mittelalter zu tun haben verschont. Auch bei der Verpflegung ist meines Erachtens eine gute Wahl getroffen worden, es gab Flammkuchen, Wildschweinbratwürste, diverse Sauerteigfladen und einen Crépes-Stand. Was einem am meisten ins Auge stach, war ein Getränkestand, welcher die Form eines Drachenbootes hatte und dessen Besatzung es verstand die Leute anzulocken.
Des Weiteren befand sich ein kleiner Badezuber auf dem Gelände und zur Freude meiner Tochter ein Stand von Dattelschlepper. Dem Besucher wurde auch ein Ritterturnier in einer Arena geboten und ein Reisendes Burgtor aus Holz nebst Zugbrücke und zweier Wachtürme. Alles in allem von den Organisatoren ein sehr schön angelegter Markt und was sehr wichtig ist, die Lagerleute werden auch von der Orga sehr gut betreut, wie mir berichtet wurde. Es wurde für genügend Strohballen und Feuerholz gesorgt, auch werden die Toiletten regelmäßig gereinigt. Bei dem am Donnerstag stattgefundenen Umzug mit Einmarsch auf den Markt, wurde den Teilnehmern auf halber Strecke Wasser in Bechern gereicht und die Becher nach 100 Meter wieder eingesammelt.
Ein Meckerpunkt gibt es aber leider auch zu berichten und dieser betrifft die allseits geschätzten Touris. Es ist scheinbar wirklich schwer von den Leutchen zu verstehen, dass man nicht so einfach durch jedes Lager laufen kann ohne vorher um Einlass gebeten zu haben. Als ich mich zur Verabschiedung unseres Bekannten Ingo (wo her hab ich leider wieder vergessen, das Alter zeigt seine Spuren) in dessen Lager begab, stolzierten innerhalb kürzester Zeit Leute durch das Lager nur um den Weg abzukürzen, was ich persönlich als bodenlose Unverschämtheit empfand.
Nach kurzweiligen 4 Stunden machte ich mich mit meiner Tochter dann wieder auf den Heimweg, mit der Erkenntnis den Winenheimern würde dieser Markt auch stehen und die Winenheimer würden diesem Markt auch stehen,
Andreas von Fidtenheim
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Die Reise nach Philippsburg
15.6.2011 von Konrad.
In der Vergangenheit gab es schon einige ins Auge gefasste Termine um den Reisenden aus Mannheim wieder einmal einen Besuch abzustatten. Leider klappte es aus den unterschiedlichsten Gründen nie so recht. Meist überschnitten sich auch noch die jeweiligen Lagertermine oder es waren private Hemmnisse die einen Besuch vereitelten. Am Pfingstsonntag war es endlich soweit und so machten wir uns in der frühe auf den Weg nach Philippsburg um den Reisenden unsere Aufwartung zu machen und natürlich auch den Markt zu besuchen.
Die Anreise verlief zunächst ohne Probleme, aber es stellte sich heraus, dass der kürzeste Weg nicht immer der Beste ist- denn dieser endete vor einer Straßensperre und unser himmlischer Helfer lies sich auch nicht beirren und führte uns prompt an der Nase herum in einem großen Bogen just genau wieder zu der Stelle der gesperrten Straße. Also das gleiche nochmals an anderer Stelle und viel weiter südlich an der nächsten Ausfahrt der Überlandstraße probiert und diesmal in der Tat näherten wir uns problemlos unserem Ziel. So lernt man wenigstens bisher unbekannte Flecken und Dörfer kennen. Auf Grund der wirklich guten Ausschilderung fanden wir dann den Nebenstraßen und Feldwegen folgend über die Ausfahrtstraße doch noch Zugang zum Parkplatz auf der Wiese hinter dem Markt, wo wir unser Fuhrwerk abstellen konnten. Glücklicherweise wollte um diese Zeit noch niemand den Markt verlassen, dann wäre es recht enge auf der schmalen Straße geworden.
Bisher waren wir noch nicht auf dem Markt zu Philippsburg gewesen hatten allenfalls darüber in Berichten gelesen und den Empfehlungen unseres Dienstmannes Andreas von Vidtenheim folgend wollten wir auch selbst erkunden, was es damit auf sich hat.
Nachdem die Zollformalitäten erledigt und auch der Wegzoll von 4 Euro pro Gewandeten entrichtet war, das gemeine Volk musste deren 7 pro Nase berappen, ging es auf die Suche um die Zeltstadt der Reisenden zu finden, was sich eigentlich recht einfach gestaltete, denn man brauchte auf dem überschaubaren Markt im Grunde nur nach zwei Dingen zu suchen: 1. Nach einem der größten Zelte auf dem Platz und 2. nach einem orientalisch/arabischen Lagerplatz. Beides natürlich nebeneinander. Kurzum man brauche kaum danach zu suchen und war daher nach kurzer Zeit zur Stelle.
Der Comes Günther und die Gräfin Iris de Föhrenhof hießen uns herzlich willkommen. Ebenso Turan Il Schah und seine Gattin Adela. Nach der Überreichung der Gastgeschenke und der Begrüßung der „Mitreisenden“ ging es gleich daran entsprechende Gespräche aufzunehmen und sich über alte und neue Dinge auszutauschen, aber auch über das eine oder andere Vorhaben zu sprechen. Auf jeden Fall verflog die Zeit recht geschwind und die Melodien der Mitreisen Spielleute sorgten für entsprechende Kurzweil, aber auch für eine angemessene feinfühlige Atmosphäre.
Nachdem die Mittagszeit schon mehr als deutlich überschritten war wurde es Zeit sich auch den Markt anschauen nach den Spielleuten und den anderen Lagergruppen zu schauen. Es war auch wieder recht warm geworden und der Platz lies generell einige Schattenplätze vermissen, denn schattenspendende Bäume waren hier nicht anzutreffen. Wohl dem der gute Bekannte hat, wo man sich niederlassen und ausruhen kann.
Wie schon angeführt war der Markbereich in der Mitte recht überschaubar. Neben den üblichen Dingen für das Volk, gab es auch einige Händler mit guten Warenangebot: Ein Goldschmied der Repliken von Schmuck herstellt, ein Töpferei der seine Erzeugnisse feil bot, aber auch der Waldglasverkäufer, bei dem ich schon auf dem Markt zu Worms einiges erworben hatte. Trotz Bedarf, verbot ich mir aus finanziellen Gründen, weitere Anschaffungen, so dass es diesmal beim Anschauen blieb und die Händler das Nachsehen hatten. Vorgeführt wurden natürlich auch einige Handwerke, wie: Korbflechten, Drechseln, Perlen machen, töpfern und natürlich heißbegehrt die Schmiede und der Waffenhändler.
Lediglich bei den Verpflegungsständen griffen wir zu, denn insbesondere meine werte Gemahlin verspürte einen gewaltigen Hunger und bei der Hitze des Tages ging es auch nicht ohne kühle Getränke.
Interessant waren auch einige wenige gute Lagergruppen, die wir noch nicht kannten.
Über die Mittagszeit hatte sich der Markt doch merklich gefüllt. Für gewisse Bedürfnisse waren ein Wagen und ein Container aufgestellt, die regelmäßig gesäubert wurden. Jedoch für die Menge der Leute war das zuwenig, da sich hier längere Warteschlangen bildeten.
Nach dem Rundgang ging es wieder ins Lager um die Gespräche wieder aufzunehmen. Dabei gewannen wir Erkenntnisse insbesondere über das Herstellen von Haarnetzen aus Leinen- und Maulbeerseide. Deren Herstellung (Filettechnik) erläuterte Adela recht anschaulich. Gleichwohl ist zu bemerken, dass die weiblichen Mitglieder der Reisenden für alles was mit schneidern, sticken, spinnen, weben und der gleichen mehr recht bewandert sind und über einen beachtlichen Fundus von Erkenntnissen und Erfahrungen verfügen.
Die Sonne senkte sich schon in Ihrer Himmelsbahn, so dass auch wir uns anschickten, wieder die Rückreise anzutreten. Wie das Willkommen so war auch der Abschied herzlich und wir versprachen ein baldiges Wiedersehen und einen etwas häufigeren Kontakt, als in der Vergangenheit zu halten. Ein letzter Gruß galt auch den Mitreisenden, die wir unterwegs noch trafen. Die Rückreise verlief unproblematisch und mit vielen neuen Eindrücken erreichten wir dann wieder unsere Heimstatt.
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Worms 2011 - Dank an die Orga
14.6.2011 von Konrad.
Das Spectaculum im Wormser Wäldchen fand in diesem Jahr zum 10. Male statt. Dieses Jubiläum nehmen wir zum Anlass um den Veranstalter für all die Mühen um die Organisation und den Ablauf zu danken. Die Gruppe um Klaus Susemichel (Marktmeister) und Uwe Hildenbeutel als Zuständiger für die Lagergruppen, sowie all die vielen hier nicht genannten Mitarbeiter und Personen die sich im Netzwerk Lebendiges Mittelalter zusammenfanden haben es bisher immer wieder geschafft ein interessantes, friedliches Mittelalterfest zu organisieren und durchzuführen. Bei der großen Anzahl an Lagergruppen und Händlern ist es sicherlich nicht möglich immer allen Anforderungen gerecht zu werden.
Wir: Die Dienstmannen zu Winenheim bedanken uns für die schönen und ereignisreichen Stunden die wir bisher als teilnehmende Lagergruppe in Worms verbringen durften. Die Winenheimer waren erstmals als Lagergruppe bei der 1250 Jahr Feier in Pfeddersheim mit dabei. Dann als Besucher im Jahre 2006 erstmals auf dem jetzigen Veranstaltungsgelände und seit 2007 regelmäßig als Lagergruppe auf der jährlichen Veranstaltung vertreten. In diesem Zeitraum von jetzt immerhin fünf Jahren in Folge lässt sich an Hand der sich in unserem Archiv befindlichen Bilder auch die Entwicklung der Dienstmannen als Lagergruppe aufzeigen. Die Teilnahme an der Feldschlacht oder die Übernahme der notwendigen Wach- und Kassendienste haben wir nie als Belastung sondern als unseren Beitrag zum Gelingen der Veranstaltung gesehen. Daher wünschen wir uns für die Zukunft ein Fortbestehen der Veranstaltung im gewohnten Rahmen. Die in den letzten Jahren stetig ansteigenden Besucherzahlen belegen ein hohes Interesse seitens der Bevölkerung, das auch einher geht mit einer ständigen Qualitätssteigerung seitens der anwesenden Händler. Dies alles trägt mit dazu bei dass gerade Worms in unserer Region mittlerweile einen vorzüglichen Ruf innerhalb der Szene besitzt.
Wir freuen uns auf die kommenden Veranstaltungen.
Herzliche Gratulation zum 10 jährigen Jubiläum
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Zu Gast …
14.6.2011 von Bernd von Birkenau.
Anlässlich der Pilgerfahrt nach Worms war es mir Bernard de Noyer und meinem Weibe Joveta sowie meiner holden Tochter Clarice vergönnt, uns unter den Schutz der Dienstmannen zu Winenheim zu stellen und die Markttage behütet in Worms zu verbringen. Es war für uns die Gelegenheit unseren Sohn einmal wiederzusehen, der seit geraumer Zeit bei Ritter Mathias dient und wir konnten uns von seinen Fortschritten im Waffengang und beim Erlernen seiner ritterlichen Tugenden überzeugen. Es gestaltete sich bereits die Anreise in einem großen Tross als wahrer Glückstreffer und wir wurden weder von Wegelagerern noch anderem Gesindel heimgesucht und sicher nach Worms geleitet. Zur Rast wurde stets offenes Gelände gewählt und so konnte ich meiner Tochter gestatten sich ein wenig frei zu bewegen ohne von einer Horde Wachen umlagert zu sein. Trotz allem ging einer der Pilger verloren, aber sein wahrer Glaube führte ihn zu rechter Zeit auf den rechten Weg. In Worms angekommen war es beeindruckend mit welcher logistischen Kunstfertigkeit ein solches Heerlager aufgebaut wird und wie schnell die Karren und Pferde abgeladen sind und alles seinen Platz gefunden hat. Auch uns hatte der Trossmeister ein Plätzchen angewiesen und wir taten unser Bestes um mit der Geschwindigkeit der Dienstmannen Schritt zu halten. Es war uns also vergönnt sonnige, heiße Tage mit den Dienstmannen zu verbringen, an ihrer Tafel Platz zu nehmen, Speisen und Getränke zu teilen und ihre tiefe Gottverbundenheit und Ernsthaftigkeit zu erleben sowie ihre Disziplin zu bewundern. Ihre Gastfreundschaft kennt keine Grenzen und so war im Lager ein stetiges Kommen und Gehen, alte Freundschaften wurden aufgefrischt oder neue geschlossen. Die Tage in Worms vergingen viel zu schnell zwischen all den Pflichten und Notwendigkeiten. Nach den ersten Tagen zeichnete sich am heiligen Sonntag alsbälde ab, dass jeder der Ritter, Knappen, Weiber und Mägde und auch die Kinder, die nötige Läuterung erfahren hatten und eine gewisse Ruhe und Gelassenheit in den Zelten einkehrte. Als der Abend nahte, das Küchenfeuer gelöscht war und die Vorräte längst erschöft waren, wurde mit der gleichen Geschwindigkeit das Lager abgeschlagen, die Karren und Tiere beladen und die weite Heimreise angetreten.
Wir können mit Fug und Recht behaupten, dass wir gestärkt im Glauben, gefestigt in unseren Zielen und mit großer Demut im Herzen am späten Abend in die Auen zu Berkenowa zurückgekehrt sind.
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Worms 2011
14.6.2011 von Konrad.
Der Pilgerzug des Winenheimer Aufgebotes ist Geschichte nachdem alle Teilnehmer wohlbehalten und diesmal aber schweißtriefend in die jeweiligen Heimatorte zurückgekehrt sind. Wie in den letzten Jahren schon zur bewährten Tradition geworden rüsten sich die Mannen und Frauen in der Mehrzahl schon Donnerstag zum Heerzug um in Ruhe und Beschaulichkeit das Lager zu errichten und somit dem freitäglichen Aufbaustress zu entgehen. Das diesjährige Geschehen war geprägt von mancherlei Herausforderungen, denn das Heerlager der Winenheimer war noch nie so groß und es waren noch nie so viele Materialien zu transportieren und Mäuler zu stopfen wie in diesem Jahr. Trotz vieler gehegter Befürchtungen lief alles reibungslos und zur Zufriedenheit hoffentlich aller Teilnehmer ab.
Zur Mannschaft selbst gesellten sich eine ganze Reihe von Gästen und bedingt durch die herrschende tropisch heiße Witterung musste einige Aktivitäten leider in die Abendstunden verlegt werden, was aber der Stimmung keinen Abbruch tat. Dazu gehörte gerade am Samstagabend und vor allem am Sonntag so manch sorgenvoller Blick gen Himmel verbunden mit der Hoffnung das „Gemeldete“ sollte doch bitte diesmal das Wormser Wäldchen verschonen. So geschah es auch, die Gewitterfront löste sich auf oder zog nordwärts und es fielen nur einige wenige Tropfen. So mancher hätte sich gerne in Anbetracht der äußerst warmen Witterung einige Stunden der letztjährigen Veranstaltung gewünscht um etwas Kühlung zu erhaschen. Bereits der Einzug der „Kumpaneien“ am Freitag war eine kräftezehrende und schweißtreibende Angelegenheit, so dass man sich entschloss nur das allernotwendigste anzulegen. Üblich war hier wieder die schon traditionelle Findung des Standplatzes für den Einzug. Dieses Ritual des Schiebens und Aufrückens gehört eben einfach zur Eröffnung hinzu. Glücklicherweise war diesmal der Weg deutlich verkürzt, ebenso auch die Vorstellung der Gruppen (eigentlich schade, denn wir hatten hierzu kurzer Hand noch etwas einstudiert), aber die gewohnte Vorstellung hätte einige Zeit beansprucht und den anderen Teilnehmern auch einige zusätzliche Sonnenstunden beschert.
Gehen wir jedoch in unserer Berichterstattung der Reihe nach vor.
Am Donnerstag gegen die neunte Stund war das Treffen der Teilnehmer vor dem Kontor zu Winenheim angesagt. In der Tat fanden sich diesmal alle nahezu vollständig und pünktlich ein. Der zu bewegende Materialberg war beträchtlich, denn das Lager war noch nie so groß wie diesmal. Nach der Vorbereitung des großen Fuhrwerkes begann die planmäßige und diesmal routiniert ablaufende Verladung.
Die Getränke zuerst, dann die Materialkisten, Stangen für die Absperrung, sowie die Zelte, die Tische und Bänke, die Einzelteile der Feuerstelle, Brennholz, die persönliche Habe der Dienstleute, sowie die Lagerausrüstung: Kochtöpfe, Wasserbehälter, Waffen, Lanzen und Schilde und was der Dinge mehr sind. Bei der Beladung des Kastenanhängers lief es diesmal ebenfalls rund.Teil um Teil verschwand auf den Ladeflächen und einige Teilnehmer hatten ihrerseits weiteres Material bereits in den eigenen Fahrzeugen verstaut. Trotz der in der Vorbereitungsphase geäußerter Befürchtungen gelang es innerhalb von zwei Stunden das Beladen abzuschließen, so dass man insgesamt früher damit fertig war als geplant. Man entschloss sich daher ein gemeinsames Frühstück vor den Toren unserer Heimatstadt einzulegen. Die einzelnen Fahrzeuge wurden besetzt und begaben sich dann auf den Weg zum verabredeten Rastplatz. Es kamen auch alle da an nur das Seeheimer Fuhrwerk blieb verschollen, was wieder einmal für entsprechenden Gesprächsstoff unter den Teilnehmern sorgte.Die Zeit verfolg recht kurzweilig und schnell und alsbald traf dann auch der magische Bote ein, der uns übermittelte, dass der Seeheimer mit seinem Gespann schon zu Worms auf dem Platz stand und dass dieser Platz auch noch die Nummer 13 hatte. Na wunderbar- da passte wirklich wieder alles zusammen. Die Fahrt wurde fortgesetzt und alsbald fanden sich sämtliche Fahrzeuge vor Ort ein und man begann sogleich mit dem Abladen, da die Fahrzeuge so schnell wie möglich das Gelände wieder verlassen sollten.Schon im Vorfeld hatte man sich Gedanken über den Lageraufbau gemacht und einen Aufbauplan entworfen.
Der Platz war frei von Bäumen. Die Lage der Lagerstrasse war auch ersichtlich, so dass man genau nach Plan vorgehen konnte. Es war nur zu klären wo welche Zelte stehen sollten. Das war alles schnell entschieden und es türmten sich die Materialen in der Mittagssonne. Jetzt war auch dem letzten klar, dass der Aufbau zu einer schweißtreibenden Angelegenheit werden würde. Nach einer Orientierungsphase und bedingt durch die vielen verfügbaren Hände kam man recht schnell voran und so gegen die sechste Nachmittagsstunde, war das wesendlichste erledigt und man konnte mit der Einrichtung der jeweiligen Behausungen beginnen.
Die beigefügten Bildnisse zeigen hierbei gewisse Eigenheiten auf. Für die anwesenden Damen war ganz wichtig, dass zunächst der Kleiderständer ausgeladen wurde, damit die Gewandungen nicht knittern. Jürgen von Seeheim war neben dem frisch gebügelten Waffenrock insbesondere die Replik seines Trinkgefäßes sehr wichtig, da er zunächst diese Gegenstände ans Tageslicht beförderte und in Sicherheit brachte.
Nachdem die Zelte standen und die wesendlichen Teile des Lagers eingerichtet waren verbreitete sich das übliche Hungergefühl, so dass eiligst die Lagerküche in Funktion gesetzt wurde. Die Mannschaft hatte sich tagsüber an der Notration gütlich getan, aber nunmehr war die Zeit des Erholens und der Ruhe angebrochen. Dennoch war die Gemeinschaft von der Aufbauarbeit und der Hitze gezeichnet und nach der Pause galt es in einer letzten gemeinsamen Anstrengung die Kisten und Kasten in den verschiedenen Zelten zu verstauen. Sichtlich zufrieden mit sich und der erbrachten Leistung klang der Tag wohl mit einem kleinen Gelage aus, jedoch wurde auf die übliche Mitternachtsverpflegung verzichtet, da sich doch schon einige der Teilnehmer auf ihre Strohsäcke begeben hatten.
Oh Schreck der Met ist weg ….
Die Winenheimer haben im Vorfelde des Wormser Heerzuges bei unserem Hoflieferanten eine größere Menge, eines im letzten Jahre bereits verkosteten Mets geordert und diesem aufgetragen, ja bereits am Donnerstagabend zur Stelle zu sein, damit wir am abendlichen Begrüßungsumtrunk nicht auf dem Trockenen sitzen. Der Händler war da, einige der Mannen waren auf dem Weg das Bestellte abzuholen, als die Kunde eintraf dass die georderte Sorte nicht im bestellten Umfange verfügbar war. Nun war guter Rat teuer, man kaufte zunächst die Restbestände in Behältnissen und versuchte dann über die Verkostung einen atequaten Ersatz zu finden, was aber nur leidlich gelang. Auch die Meldung, dass es zukünftig Veränderungen seites des Lieferanten gebe trug auch nicht gerade dazu bei die Stimmung zu verbessern.
Zukünftig wird es wohl so sein, dass die Winenheimer auch ihren eigenen Hypogras selbst herstellen. Erste Versuche in dieser Richtung durch Sven von Winenheim sind vielversprechend und verlangen nach mehr.
Die Anreise und der Aufbau bereits am Vortage der Veranstaltung bringt einen ennormen Zeitvorteil und man kann hierbei viele Dinge in Ruhe erledigen und den anderen Gruppen auch beim Lageraufbau zuschauen. Probleme gab es keine und man konnte sich auf einen schönen geruhsamen Markt freuen. Nils übernahm wie immer die Nachtwache, während Konrad ihn in der Regel des Morgens in der früh ablöste und dafür sorgte, dass das Feuer nicht aus ging. Dennoch waren die Nächte recht kurz und bei den verschiedenen Gelagen wurde so manche Episode aus der Winenheimer Geschichte zum Besten gegeben. Zahlreich waren auch die Besuche von alten- und auch neuen Bekannten. Zahlreich auch die Becher und Krüge die dabei geleert wurden und des Tages Wärme lies in der Tat einen stetigen großen Durst erwachsen, so dass der Mundschenk sich sputen musste.
Hier ist Winenheim das gesamte Lager zu Worms 2011
Der Tag der Eröffung
Am Freitag zur 12. Stund ward von der Tross- und Marktmeisterei zur großen Besprechung gerufen. Hierbei wurden Informationen zum Marktablauf und zur allgemeinen Sicherheit gegeben. Verkündet wurde wo es Stroh für die Lagerstatt und oder Holz fürs Herdfeuer gab. Die Besprechung führt immer zu einem allgemeinen Hallo, da man hier alte Bekannte aus den verschiedenen Lagergruppen trifft. Wesendlichster Teil der Besprechung ist jedoch die Einteilung der notwendigen Wachdienste und Kassendienste für die jede Lagergruppe einige Leute abzustellen hatte.
Markteröffung und Vorstellung der teilnehmenden Lagergruppen
Anschließend galt es den Außenbereich des Lagers fertig zu stellen, Gerätschaften aufzustellen und diverse Waffen und Ausrüstungsgegenstände entsprechend zu präsentieren sowie die einsehbaren Bereiche der Zelte in einen ordentlichen Zustand zu versetzen. Da bereits um 14 Uhr der Markt für das Publikum geöffnet wurde blieb für diese Tätigkeiten kam Zeit übrig. Während des Tages stieg die Temperatur wieder deutlich an. Der um die sechste Nachmittagsstund angesetzte Einzug der Kumpaneien, zur offiziellen Eröffnung des Marktes wurde zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Daher wurde auch beschlossen auf gewisse Rüstungsteile zu verzichten und trotzdem Rann der Schweiß in Strömen. Während in den letzten Jahren der Umzug in einem großen Bogen um den Händlerbereich geführt wurde, war diesmal die Wegstrecke deutlich verkürzt – dennoch waren wir alle froh, als wir uns im Lager wieder der Dinge entledigen konnten.
Lagerleben und Angebote
Da in diesem Jahr erstmals keine Feldschlacht stattfand und in Folge der gewachsenen Teilnehmerzahl, war das Lager immer gut besetzt, so dass man dem Publikum auch einiges zeigen konnte: Brettchenweben, mittelalterliche Tafel, mit entsprechendem Geschirr, die Zubereitung von Speisen, aber auch erstmals das Schlagen von Münzen. Hier konnten die Gäste selbst eigene Münzen schlagen und sich über die verschiedenen Zahlungsmittel und deren Herstellung informieren.
Jürgen von Seeheim, hatte hierfür nach langer Vorbereitungszeit die notwendigen Werkzeuge und Prägestempel hergestellt. Der Feldversuch unter Publikum zeigte, dass nur noch einige Kleinigkeiten verbessert werden müssen: (ein schwererer Hammer und der ambientetaugliche Einbau der Halterungen in einen Holzklotz ), dann steht dem Betrieb der Münzerei als Bestandteil der Lagervorführungen nichts mehr im Wege.
Wachdienste:
Wir mussten diesmal auch wieder „nur“ 2 Wachdienste absolvieren und zum ersten Male in der Winenheimer Geschichte gab es mehr Freiwillige, so dass die Mannschaft zur Halbzeit einfach ausgetauscht wurde. Die Truppe wurde teilweise durch die Küchenmannschaft fern verpflegt, was an der Kasse, beim Dienstpersonal des Veranstalters Begehrlichkeiten weckte, da Konrad die Hälfte seines Brotes an das Kassenpersonal weitergab, während die andere Seite leider leer Ausging. Wir übernehmen die Wachdienste sehr gerne, weil es Spaß macht und man mit den Besuchern in Aktion treten kann. Da diesmal die Feldschlacht ausfiel gab es auch keine personellen Probleme.
Wenn aus Rittern Bauern werden… oder die Inflation der Strohhüte
Unter den Händlern war einer zu finden, der neben Fellen auch recht stabile Strohhüte feil bot. Bedingt durch die große Hitze, ging ein raunen durch die Dienstmannen und nahezu alle machten sich auf den Weg um einen dieser Hüte zu erstehen. Da mit zunehmender Wärme auch immer weitere Kleidungsstücke abgelegt wurden konnte man den Eindruck erlangen, dass die Winenheimer nunmehr eine Zweitdarstellung als Landsassen aufbauen wollten.
Sven schnitzte aus leider Verzweiflung aus Holzresten schon Fische um sich eine, wenn auch nur gedankliche Abkühlung zu verschaffen. Einige der Aktivitäten wurden daher auf die Abend bzw. Nachtstunden verlegt. Die Mannschaft entdeckte nahezu täglich das Zubern, was zunächst der Reinlichkeit diente- aber sie kamen stets in einem stärkeren, erhitzten inneren Zustand zurück, da sie den Wasserverlust stets durch den Konsum anderer wohlschmeckender Wässerchen ersetzten.
Verpflegung
Nein Hunger leiden das mussten die Winenheimer diesmal wahrlich nicht, den die Küche lief wieder zur Höchstform auf so dass sogar die Besucher ihr Augenmerk auf unsere Kochstelle richteten und am liebsten einen Teil davon abhaben wollten. Trotz der anfänglichen Befürchtungen hinsichtlich der großen Anzahl der Lagerteilnehmer konnten alle bestens verpflegt werden. Insbesondere unsere Knappen Nico und Maximilian bilden mittlerweile die Kernmannschaft der Kocherie. Verstärkt wird die Gruppe durch unseren Leutpriester Andreas. Das Team schaffte es über alle Tage hinweg ein gutes Essen aufzutafeln, das sicherlich auch höheren Ansprüchen gerecht wurde. Ebenso wurde die Tradition fortgeführt, die Wachmanschaft zur Zeitenwende mit einem warmen Happen wieder aufzurütteln. Auch der von Sven von Winenheim angesetzte Hypogras fand schnellen und rasenden Absatz (auch bei unseren Besuchern), das sich hierbei um ein ganz besonderes Tröpfchen handelt das zukünftig nach (Viel)- mehr verlangt.
Der Markt
Es gab wieder vieles zu sehen: Nicht nur bei den Händlern, sondern auch bei den verschiedenen Lagergruppen, fanden sich gute Erzeugnisse, die feilgeboten wurden. Seit geraumer Zeit wird von der Marktleitung strikt das Ziel verfolgt die Qualität des Marktes insgesamt weiter zu bessern, nicht nur durch eine gezielte Auswahl von bei den Händlern sondern auch bei den Lagergruppen. Auch die vor Jahren noch heißgeliebten Steckstühle sind zwischenzeitlich nahezu gänzlich verschwunden. In diesem Jahr waren eine ganze Reihe neuer Gruppen erstmals vertreten.
Auch die Winenheimer fanden wieder einige Dinge zur Verbesserung der eigenen Ausstattung, darunter die schon erwähnten Strohhüte aus der Kreuzfahrerbibel, neue Holzteller vom Drechsler und Repliken zweier Trinkgefäße aus Waldglas für die herrschaftliche Tafel. Andere Dinge, wie Garnspulen konnten bestellt werden. Bei den verschiedenen Lagergruppen kann man sich viele Anregungen zur Verbesserung der eigenen Ausstattung holen, oder auch Bezugsquellen für diverse Materialien erfragen, so dass man in der Regel immer etwas verwertbares findet.
Leider litten die diesjährigen Aktivitäten unter der teilweisen sehr warmen Witterung. Am Sonntag galt der sorgenvolle Blick mehrmals dem Wettergeschehen. Zum Glück verzog sich das aufziehende Gewitter, so dass nur wenige Tropfen fielen, die als willkommene Abkühlung aufgenommen wurden
Abbau
Um die sechste Nachmittagsstund am Sonntag hieß es dann zusammenpacken. Der Abbau und das „Einpacken“ geht meist schneller als der Aufbau. Zelt für Zelt wurde abgebaut, das Material gestapelt und als die Fahrzeuge dann zur Stelle waren, recht schnell verladen. Nach der gemeinsamen Rückkehr wurden die Fuhrwerke entladen und das Material im Kontor eingelagert und wartet da auf seinen nächsten Einsatz. Worms 2011 war Geschichte und die Lagerteilnehmer fuhren mit den unterschiedlichsten Eindrücken aber auch etwas müde zurück in ihre jeweiligen Heimatorte.
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