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Archive für 20.5.2010

Worms 2010

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Das Heerlager zu Worms ist wiederum Geschichte. Die Mannen sind alle wohlbehalten in ihre jeweiligen Standorte zurückgekehrt und das Material befindet sich wieder im Depot und harrt auf den in Kürze bevorstehenden neuerlichen Einsatz beim Markte zu Birkenau. Worms 2010 wird in den Analen der Winenheimer einen festen Platz finden war doch das Heerlager von zahlreichen Pannen überschattet, welche die Entfaltung der vorgenommenen Projekte stark beeinträchtigten.
Die Fuhrwerke waren am Himmelfahrtstag überraschend schnell beladen, nur die Zugtiere aus unserer Niederlassung in Seeheim hatten sich wieder einmal verlaufen. Daher machte sich die Truppe in mehreren Abteilungen auf den Weg zum Heerzug gen Lorsch. Es herrschte kühles Wetter und ab und an nieselte es. Die Anreise verlief ohne größere Probleme und vor Ort konnte auch kurzfristig mit dem Aufbau begonnen werden, nachdem einige Fragen nach dem richtigen Lagerplatz geklärt werden konnten. Die Wiesen waren trotz des starken Regens der vergangenen Tage tragfähig und befahrbar – was allgemeine Erleichterung auslöste. Zwischenzeitlich traf auch der zweite Rüstwagen ein, während wir mit dem Entladen des ersten schon begonnen hatten. Wie immer befanden sich die wichtigsten Kisten auf dem Wagen, der gerade noch  nicht verfügbar war. Das übliche Aufbauchaos blieb aus der Aufbau ging zügig von Statten nur gelegentliche Regenschauer beeinträchtigten die Mannen bei der Aufbauphase.

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Das Material quillt aus dem Kontor und wird auf die verschiedenen Rüstwagen verteilt.
Nach der Ankunft folgte eine überlegte Entladung des Materials um nicht wie früher den gesamten Haufen mehrmals umschichten zu müssen und um einen größeren Zeitverzug zu vermeiden.

In wenigen Stunden entstand aus den vielen Einzelteilen das Heerlager der Dienstmannen zu Winenheim. Insgesamt wurden 5 Mannschaftszelte, das Vorratszelt, erstmalig auch das Küchenzelt über der Kochstelle sowie der große Unterstand aufgebaut. Als dann am frühen Abend stärkerer Regen einsetzte, war die Aufbauphase im wesentlichsten abgeschlossen und die Kisten und Kasten in den entsprechenden Zelten genauso verstaut, wie die Rüstungs- und Ausstattungsteile der Mannen, welche nunmehr mit der Einrichtung ihrer jeweiligen Behausung beschäftigt waren. Im Vorfeld des Heerzuges war auch die Speisefolge auf einem der letzten Konvente geklärt worden und diese sah für den Aufbautag eine individuelle Selbstverpflegung der Teilnehmer vor. Es dauerte daher auch nur eine geraume Zeit bis ein erstes zartes Feuerchen in der Feuerschale entzündet wurde und die Küche mit ihrer Arbeit begann.

Das Küchenzelt
Nachdem in den letzten Jahren die Kochstelle der Dienstmannen neu organisiert wurde ging diesmal ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung, denn die Kochstelle wurde mit einem Schutzzelt versehen um vor en Unbilden des Wetters besser geschützt zu sein und auch das Material, wie Brennholz und Geschirr sowie die für den Betrieb der Kochstelle erforderlichen Gerätschaften entsprechend trocken unterbringen zu können. Hierzu wurde eine Aufsatzstange angebracht um das Dach auf Abstand zum Kochgalgen zu halten. Obwohl der Aufbau im Vorfeld noch nie getestet wurde und fernerhin noch die Zeltplane in Ordnung gebracht werden mußte, gelang es relativ schnell vor Ort alles recht passabel zusammenzubauen.

 

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Bild: das neue Küchenzelt mit Kochstelle

 

Weitere Neuigkeiten:
Zur Aufbewahrung von Geschirr und Zubehör verfügen wir nunmehr auch über ein Regal welches seinen Platz im großen Unterstand fand. Fernerhin kam man mit dem Vorhaben der mittelalterlichen Tafel ein großes Stück voran, so konnten nicht nur die Auflagerböcke beschafft sowie die Geschirrausstattung ergänzt, sondern auch die Tafel wurde noch kurz vor der Heerfahrt fertig. Leider konnte letzteres auf Grund der schlechten Witterung nicht wie ursprünglich geplant in die Vorführungen mit einbezogen werden. In einem weiteren Schritt sollen nunmehr noch einige Grapen und Tontöpfe die eigentliche Küche ergänzen und somit ein mittelalterliches Kochen ermöglichen. Damit wäre dann das Projekt Küche abgeschlossen, so dass man sich dann mit der Kochpraxis auseinandersetzen kann.

Die Winenheimer prägen ihr Geld selber
Auch ein weiteres schon seit langem verfolgtes Projekt nähert sich seiner Vollendung nachdem entsprechende Prägestempel hergestellt waren sind wir nunmehr auch in der Lage die Herstellung von Münzen vor Publikum zu demonstrieren bzw. dieses gegen die Zahlung einer Gebühr für die Rohlinge selbst handanlegen zu lassen. Die Winenheimer Pfennige als Zahlungsmittel wurden  noch während des Lagers zur nächtlichen Stunde zur Beschaffung so mancher Runde Met bei unserem Stammlieferanten eingesetzt.

 Fast Freienfelser Verhältnisse diesmal in Worms
Im vergangenen Jahr herrschte über die Veranstaltungstage eine große Hitze und diesmal war es am Donnerstag, Freitag und Samstag tagsüber doch recht frisch. Hinzu kam der andauernde Regen  und die besonders kühlen Nächte die manchen der Mannen doch bibbern ließen. Sorgenvoll und voller Hoffnung auf eine Besserung der Witterung sowie die zahlreichen Gebete unseres Priesters wurden anscheinend erhört und der Sonntag lies nicht nur die Temperaturen ansteigen sondern auch die Besucher strömten in Massen- und was besonders für uns von Interesse war: Wir konnten unsere Zelte trocken abbauen.
 

Einzug der Kumpaneien
Traditionell findet am Freitag abend der Einzug der beim Spectaculum vertretenen Lagergruppen zur offiziellen Markteröffnung statt. Die Winenheimer wollten diesmal hierzu ein größeres Kontingent stellen. Doch es kam alles Anders. Der Bannerträger erlitt einen Unfall und konnte daher nicht am Markt teilnehmen. Und Sven von Winenheim ward am Freitag ans Lager gefesselt und konnte aus gesundheitlichen Gründen ebenfalls nicht teilnehmen, da bei ihm der Teufel im Gedärm wütete. Daher mußte umdisponiert werden. Gleichzeitig war noch der Auftritt bei der Vorstellung als auch der Kampfruf zu üben. Unser Hauptmann hat hierzu klare Vorstellungen entwickelt und die Sache klappte auf Anhieb, was manchem der Besucher beim Marsch unterwegs zur Aussage verleitete: „Die sehen ja gefährlich aus“. Dem Lorscher Banner folgte zunächst unser Priester mit schwenkendem Weitrauchfass um die üblen Gerüche der „Heiden“ zu vertreiben. Es qualmte gar mächtig. Mit dem Schlachtruf Winenheim trat auf Kommando unseres Hauptmannes die Truppe auf die Besucher  zu  was manche der am Rande sitzenden sichtlich erschreckte.

 

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Vorführungen der Interessengsgemeinschaft  Mensch im Mittelalter (mim)
Der Aufstieg auf den Äschebuckel lohnte sich in jedem Fall, hat dort doch eine der bekanntesten Reenactmentgruppen ihr Lager aufgeschlagen und bot am Samstag, als auch am Sonntag jeweils 3 Themenbereiche an: Unter dem Titel: Vom Schaf zur Gewandung (spinnen und weben, Stoffarten), Zwischen Leinen und Brokat (Modenschau) und Haferbrei und Wildpastete (Küche und kochen) bot die Gruppe sehr interessante Informationen und auch praktische Vorführungen zum Leben im 14. Jahrhundert an.

 

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 Bild links: (Priester, Stadtbürger, Herr und Frau aus dem Niederadel (Übersicht); Bild Mitte: Stadtbürger; Bild rechts daneben: Magd. Bild Rechts: Knecht
Die Gewänder in Regel aus Wollstoff und sehr detailliert hergestellt, waren ein richtiger Hingucker  und ließen  neuerliche Ansprüche an die eigene Gewandung aufkommen.

Die nächtlichen Konvente, Kontakte und Freunde
Die Märkte sind natürlich auch Orte des Gedankenaustausches mit anderen Gruppen und Freunden und Bekannten aus der Szene. Auch hinsichtlich der Einholung von Ideen und deren Umsetzung ist ein mehrmaliger Durchgang durch die Lagergassen oftmals sehr hilfreich. Es finden sich für nahezu alle Bereiche entsprechende gute Lösungen. Daher zogen sich die Konvente an allen Tagen bis in die frühen Morgenstunden hinein. So mancher Becher Met wurde geleert und bei den Winenheimern ist es Tradition, dass es zur Tageswende Mitternachtswürste aus der Küche gibt. Daher kommen auch noch zur frühen Morgenstunde Freunde und Bekannte ins Lager um sich für die Nachtwache zu stärken, aber auch um die eine oder andere Geschichte zum Besten zu geben.

 

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In lautem Gebet zur nächtlichen Stunde ruft unser Priester zur inneren Einkehr auf.

Dank an die ORGA für ein gelungenes Fest
Das Spectaculum zu Worms wurde jedes Jahr größer und diesmal war nahezu die gesamte zur Verfügung stehende Lagerfläche belegt. Das Heerlager war insgesamt recht umfangreich und die Qualität der anwesenden Lagergruppen ist noch besser als im Vorjahr geworden. Auch ein wichtiger und stetiger Kritikpunkt der Lagerteilnehmer wurde dieses Jahr erfüllt, es gab spezielle Dixies nur für die Lagernden und damit auch kürzere Wege zu diesen gewissen Örtlichkeiten. Für kleinere Probleme fand man immer ein offenes Ohr ganz gleich ob man Holz oder Stroh benötigte. Es war alles vorhanden. Daher unser Fazit: Es hat uns sehr gut gefallen und wir kommen im nächsten Jahr gerne wieder. Das  Spectaculum 2010 war eine runde Sache. Lediglich bei den Händlern hatte man den Eindruck dass einige Stände fehlten, denn es gab Lücken in den Reihen und das Angebot gerade an qualitativ hochwertiger Ware war etwas geringer. Mit der Verpflichtung der Gruppe mim  haben die Veranstalter einen großen Wurf gelandet, denn die Vorstellungen waren gut und verständlich und gaben dem Interessierten doch sehr viele Informationen an die Hand, die gerade beim Verfasser dieser Zeilen Berücksichtigung und Eingang in zukünftige Projekte finden werden.
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Blick vom Äschebuckel auf Markt und Heerlager am Sonntag 16.05.2010

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