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Archive für 12.8.2009
Freisen 2009
12.8.2009 von Konrad.
Vom Lagern
Nachdem sämtliche Zelte errichtet, die Bettstatt der einzelnen Edelleute, die Kisten und Kasten und die Rüstung und Waffen auf die jeweiligen Behausungen verteilt waren brannte schon ein munteres Feuerlein unter dem Grapen, denn der Hunger hielt bei den Mannen Einzug. Nach getaner Arbeit und der langen Zeit des Aufbaues war die Zeit dermaßen vorangeschritten, dass es höchste Zeit wurde das Abendessen zu bereiten und die Krüge zu füllen. Die Hitze des Tages trug ein übriges dazu bei, dass man sich nach Ruhe und Kurzweil sehnte und bei hereinbrechender Dunkelheit die restlichen noch anstehenden Arbeiten einfach auf den kommenden Tag verschob. Dies auch verbunden mit der Hoffnung, dass die für den kommenden Tag avisierte und ausgeruhte Nachhut in der Frühe ja eintreffen würde.
Nach viel zu kurzer Nacht begann man mit den restlichen Arbeiten, denn die Zeit bis zur Markteröffnung schritt rasch voran und ebenso rasch heizte auch die Sonne und trieb die Temperatur in die Höhe. Ursprünglich war angedacht, diesmal alle Zelte der Winenheimer aufzustellen um ein neues und komplettes Gemälde des Lagers und der Mannen zu erstellen. Leider erwies sich hierzu der Platz etwas zu klein, so dass der Zweimaster von Andreas von Vitenheim zusammengefaltet auf dem Bagagewagen verblieb. Dies auch unter dem Gesichtspunkt seiner angegriffenen Gesundheit, da ihm sein hinteres Teil große Pein bereitete. Für die Rundgang anläßlich der traditionellen Markteröffnung viel auch Konrad in Folge anhaltender Kreislaufprobleme aus, so dass sich nur ein Teilaufgebot wappnete und sich in die Reihen des Aufgebotes einreihte.
Tafelfreunden
Zeitgenössische Abbildung zeigen die mittelalterliche Tafel in recht einfacher Ausführung. Mehrere Holzböcke (in der Regel aus 3 Beinen bestehend) tragen die Tafel. Darauf ein Tischtuch, einige Teller aus Holz, Trinkbecher und auch (Krüge sofern die Tafelnden nicht durch Personal bedient werden) runden das Bild ab. Besteck mit Ausnahme von Vorlegegabel (2 Zinken) und Vorlegemesser gab es in der Regel nicht, da jeder Gast sein eigenes Messer und ebenso seinen Löffel mitbrachte. Die Speisen wurden in großen Schüsseln oder Schalen aufgetragen, Fleischstücke waren in der Regel schon in mundgerechte Stücke zerteilt. Gegessen wurde mit den Händen und als Unterlage diente auch ein besonderes Brotstück das zum Abschluß ebenfalls verzehrt wurde.
Zum notwendigen waschen der Hände zwischen den Gängen oder nach Abschluß des Mahles bekamen die Gäste Wasser aus einer Aquamanile über die Hände geschüttet. Das Wasser wurde in einer Schale, die darunter gehalten wurde aufgefangen. Der Gast konnte sich die Hände anschließend mittels einem gereichten Tuches trocknen.
Die an der Historie interessierten Gruppen versuchen sich diesen früheren Tafelfreuden und Tischsitten anzunähern und zwar in der Form, dass während der üblichen Marktzeiten sämtliches „moderne“ Inventar verbannt wird, so daß ein stimmiges Gesamtbild den Besuchern vermittelt wird. Nun wie läuft dies in der Praxis ab? Gekocht wird über dem offenen Feuer. Die Behältnisse werden mit Hilfe einer Kesselsäge oder Kette, welche verstellbar sind an den Kochgalgen gehängt. Durch höher oder tiefer hängen der Kessel kann hierbei die Temperatur geregelt werden. Zum Grillen wird ein Grillrost einfach in die Feuerstelle gestellt, sowie ein Grillknecht beigesellt, der das Fleisch ja rechtzeitig wendet, damit keine Schuhsohlen entstehen. Wasser kann man ebenfalls in Kesseln erhitzen, schneller geht es jedoch in den 3 füßigen Grapen, die einfach in die Glut der Feuerstelle gestellt werden. Die Grapen bestanden früher aus Bronze heute gibt es Nachbauten aus Stahlguss.
Zum Kochen können auch Grapen aus Ton verwendet werden, die es in verschiedenen Größen gibt. Jedoch ist hierbei eine gewisse Erfahrung im Umgang notwendig, denn die Tongrapen müssen mit dem Inhalt möglichst gleichmäßig erwärmt werden, damit diese nicht zerspringen. Daher dürfen diese auch nicht dem direkten Feuer ausgesetzt werden sondern diese werden in die beiseite geräumte Glut gestellt. Hier kann dann das Essen gekocht oder auch warm gehalten werden. Auch die Kocherie des Mittelalters mit ihren besonderen Gerätschaften den damals verwendeten und zur Verfügung stehenden Gewürzen ist eine hoch interessante Angelegenheit mit der man sich ebenfalls beschäftigen und auseinandersetzten kann.
Kurzum jeder der sich ernsthaft mit dem Thema Mittelalter beschäftigen möchte kommt um einige grundlegende Dinge nicht herum. Auch die Winenheimer bemühen sich verstärkt darum, daß Lager und Ausstattung, aber auch die Mannen selbst dem früheren Bild möglichst nahe kommen und arbeiten daher steig auch an der Verbesserung der Ausstattung.
Wieweit der Einzelne hierbei gehen möchte ist der Person natürlich selbst überlassen. Die Toleranz bei der Veranstaltung Mittelaltermarkt ist generell schon besonders hoch und groß. Trotzdem gibt es aber auch Beispiele die besonders negativ auffallen und das stimmige Bild der sich um Ernsthaftigkeit bemühenden Lagergemeinschaften empfindlich stört, wie das abschließende Bild eindrucksvoll aufzeigt.
Hier kommt Winenheim
In der Vergangenheit waren der Winenheimer stets nur wenige (in der Hauptsache nur einer oder zwei der Mannen) die sich auf Schlachtfeld einfanden. In den letzten beiden Jahren hat sich das geändert und zum ersten Male trat in Freisen eine Truppe auf die Standhaftigkeit bewies und so manchen der Angreifer in Gras fallen lies.
Die Reihen unserer Truppe sollen weiter aufgefüllt und insbesondere durch Bogner und Armbruster ergänzt werden um bereits im Vorfeld des Waffenganges möglichst freie Bahn gewinnen zu können.
Konrad
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